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Premieren

Titanic

Am 14. April 1912 rammt die Titanic, das größte Schiff der Welt, auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York einen Eisberg. Die Nacht ist sternenklar, die Sicht hervorragend. Obwohl es Eisbergwarnungen gibt, fährt die Titanic mit Volldampf, denn der Reeder will den Rekord anderer Transatlantik Schiffe überbieten. Zu spät wird der Eisberg gesichtet, das Schiff weicht zwar nach Steuerbord aus, doch reißt damit die ganze vordere Flanke am Eisberg auf. Sofort füllen sich die Kabinen mit Wasser. Das unsinkbare Schiff wird in gut zweieinhalb Stunden gesunken sein. Das Unglück nimmt seinen Lauf, denn an Bord sind nicht genügend Rettungsboote und ein Schiff in unmittelbarer Nähe reagiert nicht auf die Hilferufe…

Das Unglück der Titanic ist eine bizarre Verknüpfung unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens. Wenige Tage nach der Rettung wurden in New York die Überlebenden befragt. Auf den Protokollen dieser hoch emotionalen Untersuchung basiert unser Theaterstück.

Besetzung:

Bruce Ismay: Markus Schlüter
Captain Lord: Daniel Leers
Frederick Fleet: Jochen Kruß
Mrs. White: Anna Tomicsek
Harold Bride: Chris Meiser
Mister Phillips: Florian Wetter
James Boxhall: Sebastian Ridder
Harold Lowe: James Foggin

Text/ Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Musik: Florian Wetter

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Gutscheine zu 20 Euro (Normalpreis) und 13 Euro (ermäßigt) kann man sowohl direkt an der Abendkasse (Do- Sa ab 19.15 Uhr), die Buchhandlung Ludwig und über unser Kontaktformular erwerben.

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Im Hinterzimmer der Politik

Es ist ein einzigartiges Dokument, das unserem Theaterstück zugrunde liegt: Das Transkript der Sitzungen des Viererrats in Paris. Paul Mantoux, Chefübersetzer von Clemenceau, hat jedes einzelne Treffen aufs Genaueste protokolliert. Und vor allem: Er hat nichts geglättet. Die Konflikte treten offen zutage, aber auch die enormen Anstrengungen der Vier für einen gerechten Frieden und ihr teilweise visionärer Geist für eine Neuordnung der Welt werden erkennbar.

Als der amerikanische Präsident Woodrow Wilson 1918 in Paris eintrifft, wird er als Messias gefeiert. Sein 14 Punkte Programmfür eine neue Art des Friedens wird allerorten bejubelt. Kein Siegfrieden soll es werden. Keine Geheimabsprachen mehr. Keine strategischen Gebietszusagen. Nein, ein Frieden, der dauerhaft sein soll, weil er gerecht ist. Weil er weder die Besiegten vernichtet, noch den Gewinnern Gebiete zuschachert, deren Grenzziehung nicht mit der nationalen Identität seiner Einwohner übereinstimmt. Das ist Wilsons große Idee, die gekrönt wird vom Gedanken eines Völkerbundes, der zukünftige Konflikte verhindern soll.

Wilson ist der erste Präsident mit einem Doktortitel. Ein kluger Mann also, fortschrittlich auf der einen Seite, aber auch ein unflexibler Starrkopf und rassistischer Religionsfanatiker auf der anderen. Vor allem aber: Wilson fehlt das politische Geschick. Er ist nicht geübt im Ränkespiel der politischen Weltbühne und doch ist er es, der die Verhandlungen in Paris zu einem ersten großen Versuch in Sachen Friedensschaffung machen wird. Der Versailler Frieden beinhaltet also tatsächlich visionäre Ideen, die allesamt von Wilson stammen, die aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg und weiteren 55 Millionen Toten funktionierend umgesetzt werden: Genannt werden müssen hier die Prozesse in Nürnberg gegen die Nazi- Kriegsverbrecher, der Internationale Gerichtshof in Den Haag und die Vereinten Nationen, die dem Völkerbund folgen. Diese Ideen basieren grundlegend auf Wilsons Überlegungen zum Versailler Vertrag, doch wie so oft in der Geschichte: Nur derjenige, der seinen Fuß auf den Mond setzt, ist der erste Mann auf dem Mond. Die Raumfahrenden vor ihm werden allenfalls als Marginalie behandelt.

Der Versailler Friede war sicherlich ein hehrer Versuch. Doch sein Scheitern ist immanent: Amerika verweigert seine Ratifizierung, Deutschland sinnt auf Rache, der Völkerbund ist zu schwach und unflexibel um als Konfliktinstrument brauchbar zu sein. Die Fehler sind allesamt im Vertrag selbst zu suchen und die Tragik der Geschichte ist es, dass diese Fehler den Männern von Paris bereits bei seiner Formulierung ins Auge stachen. Ja, nichts wollte man mehr als diese Fehler zu verhindern. War die Aufgabe zu groß?  Man wollte Deutschland bestrafen, aber auch nicht zu sehr. Man wollte Grenzen nach nationalen Identitäten und Zugehörigkeiten ziehen, aber konnte doch nicht verhindern, dass die Gier einzelner Länder dies unmöglich machte, ja, dass nationale Identitäten in Europa teilweise alles andere als klar zuordenbar sind.

Dies zeigt sich besonders am Hauptkonflikt der Pariser Verhandlungen im Viererrat, der diesen beinahe gesprengt hätte: Italien besteht auf der Annektierung Fiumes (heute Rijeke), alleinig weil Fiume einfachen Zugang zur Adria verspricht und mit der Begründung, die dort ansässigen 24000 Italiener heim ins Mutterland holen zu wollen. Doch in Fiume leben auch Serben, Bosnier und Kroaten. Gebietsverteilungen sind also bei weitem nicht so einfach wie von Wilson angenommen. Und es gibt hunderter solcher Fiume. Von der Schwierigkeit der Grenzziehung in den arabischen und afrikanischen Ländern ganz zu schweigen. Und es gibt Zusagen aus dem Krieg selbst, wie den Londoner Vertrag, der 1915 zwischen England, Frankreich und Italien geschlossen wurde, um Italien zum Kriegseintritt zu bewegen. Darin hat man Italien große Gebietszusagen versprochen, doch Wilson, der nicht beteiligt war am Londoner Vertrag,weigert sich diese Zusagen zu erfüllen.

 

Die größte Schwierigkeit in Paris aber ist die Unüberschaubarkeit der Aufgabe und die tickende Uhr. Alle Vier haben zuhause ein Volk, das ungeduldig wartet, das beruhigt und befriedigt werden will, das im Krieg geblutet hat und jetzt wütend, gierig, hungrig und unzufrieden ist. Doch wenn Realpolitik zu schwach erscheint, wenn Parlamentarismus zu komplex und langwierig agiert, dann begünstigt dies die Radikalen. Bereits 1922 macht sich Mussolini auf, die Welt zu erobern. Hitler folgt ihm 1933.

(Manuel Kreitmeier)

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Ghost City

Ausstellung mit Fotografien von Manuel Kreitmeier 

Ungewohnte Blicke auf Freiburg zeigen die analogen Fotografien von Regisseur und Fotograf Manuel Kreitmeier. Mit einer alten Agfa- Kamera hat er ein Jahr lang sämtliche Freiburger Stadtviertel abgelichtet und dabei erstaunliche Bilder geschaffen, die von architektonischen Geistern und menschlichen Relikten erzählen.  Kreitmeier hat Freiburgs vergehende Orte in surreal anmutenden Bilder festgehalten. Die letzten Reste der alten Güterbahnhallen, Hochhäuser in Landwasser, 70er Jahre Beton in der Wiehre und Industriegebiete, die wie Marslandschaften wirken: Freiburg, Ghost City.

Ab September, Café Joris

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Jedermann

Jedermann liebt schnelle Autos, schöne Frauen und lebt unbekümmert in den Tag hinein. Das Schicksal seiner Mitmenschen ist ihm egal. Er frönt lieber dem Genuss, der Liebe und dem Wohlstand. Doch an der Party zu seinem 40. Geburtstag überrascht ihn plötzlich der Tod und fordert ihn auf mitzukommen. Jedermann ist entsetzt. Er ist nicht bereit zu sterben und vor Gottes ewiges Gericht zu treten. Deshalb handelt er mit dem Tod eine Frist von einer Stunde aus. Doch Jedermanns Freunde sind bereits über alle Berge und auch das Geld, verkörpert in der allegorischen Figur des Mammon, ist nicht bereit seinem Herrn weiterhin zu folgen. Da bietet sich Jedermann ein letzter Ausweg an…

Berühmt geworden als Kultstück der Salzburger Festspiele, ist der „Jedermann“ nun auch in Freiburg bei den Immoralisten zu sehen.

Die fantastische KRITIK in der BZ können Sie –> HIER lesen!

Fotos: Manuel Kreitmeier & Frank Müller

Besetzung:

Jedermann: Jochen Kruß
Buhlschaft/ Teufel: Chris Meiser
Der Tod: Florian Wetter
Mammon/ Dicker Vetter: James Foggin
Guter Gesell: Sebastian Ridder
Armer Nachbar: Uli Winterhager
Jedermanns Mutter: Verena Huber
Schuldknecht/ Dünner Vetter: Antonio Denscheilmann
Des Schuldknechts Weib/ Der Glaube: Christina Beer

Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Premiere: 18. Juli 2019

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1919 – Die Vier

Paris 1919, Hotel Bischoffsheim. Vier Menschen betreten den abgedunkelten Raum mit den schweren Louis- Philippe- Möbeln. Einer bleibt vor der Karte an der Wand stehen. Eine Lampe glimmt. Ein hagerer Mann, er erinnert an einen Priester, ergreift feierlich das Wort:

„Madame – Gentlemen! Die Uhr tickt. Gestern, in den Ruinen von Soissons, fragte mich eine verzweifelte Frau: ‚Wann werden Sie uns endlich Frieden geben, Mr. President´. Deshalb habe ich Sie in dieses Zimmer gebeten. Es liegt an uns. Wir sind die vier wichtigsten Alliierten. Wir Vier sollten die Sache selbst in die Hand nehmen und die entscheidenden Probleme unter uns diskutieren: die Reparationsfrage, die Frage nach dem Schutz Frankreichs und die italienische Grenze entlang der Adria. Wenn uns das gelingt, ist der Rest ein Kinderspiel!“.

Hundert Jahre später. Wir blicken zurück: Der dritte Teil unserer Trilogie über den Ersten Weltkrieg lässt uns teilhaben an der Ausarbeitung des Versailler Friedensvertrags und zeigt vier Akteure, die das künftige Schicksal der Welt zu bestimmen haben und letztlich zum Scheitern verurteilt sind. Die Auswirkungen dieses Vertrags und sein Konfliktpotential spüren wir bis heute. Ein Politthriller im Kammerspielformat:  Spannend, noir und politisch brisant.

Die tolle KRITIK in der BZ lesen Sie –> HIER

TRAILER zu „1919 – Die Vier“ !

Natürlich ist „1919“ ein völlig eigenständiges Stück und kann ohne Information aus den ersten beiden Teilen der Trilogie gesehen werden. 

Fotos: Manuel Kreitmeier

Besetzung:

Woodrow Wilson: Florian Wetter
Madame Clemenceau: Anna Tomicsek
Lloyd George: Markus Schlüter
Vittorio Orlando: Jochen Kruß

Buch: Manuel Kreitmeier & Florian Wetter
Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Dauer: 85 Minuten, ohne Pause

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Kulturamt der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

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Jekyll & Hyde

Eine Polizeistation in London. Es herrscht Ausnahmezustand. Die Zeugen geben sich die Klinke in die Hand: Ein brutaler Gewalttäter treibt sein Unwesen in der Stadt. Der Inspektor ist verwirrt von den Fakten. Bei dem Täter handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen gewissen Mister Hyde. Doch Hyde selbst bleibt ein Phantom. Eben noch am Tatort, ist er im nächsten Moment wie vom Erdboden verschluckt. Die Spur führt zum Haus des ehrenwerten Doktor Jekyll, einer wissenschaftlichen Koryphäe. Dem Inspektor dämmert ein schrecklicher Verdacht. Sollten Doktor Jekyll und Mister Hyde etwa identisch sein?

Robert Louis Stevenson berühmte Novelle ist die Vorlage zu unserer Studie über das Gute und Böse in jedem von uns. In Zeiten der politischen Correctness ist der „Gutmensch“ unser höchstes Ideal. Doch Wut und Aggression sind im Menschen selbst verankert. Wir sind Teil einer schizophrenen Gesellschaft, deren tolerantes Verhalten auf Sand gebaut ist.

Die fantastische KRITIK in der BZ lesen Sie –> HIER

Besetzung:

Dr. Jekyll: Daniel Leers
Mr. Hyde: Jochen Kruß
Kommissar Lohmann: James Foggin
Frau Beckmann, eine Mutter/ Die Prostituierte: Chris Meiser
Elsie Beckmann / Poole: Christina Beer
Utterson, ein Anwalt: Max Färber
Dr. Lanyon, Rektor der Universität: Antonio Denscheilmann
Der Politiker: Uli Winterhager
Die Frau des Politikers: Gabriele Rissler
Frau Ramirez: Verena Huber
Liwan, ein Ausländer: Yazmurad Hajiyev

Musik: Hannah Schwegler
Text/ Regie/ Bühne/ Video: Manuel Kreitmeier

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Kollegah versus Hofmannsthal

Kollegah versus Hofmannsthal

„Jedermann“ – das ist Salzburg, ist der Domplatz, ist die Hautevolee, die sich zu überteuerten Preisen „das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ ansieht und sich an den Stars aus Film und Fernsehen, der gediegenen Ausstattung samt erbaulicher Botschaft ergötzt. Hier hat man längst verlernt sich von Theater und Kunst verändern zu lassen.

Verändern aber wollte der Autor Hugo von Hofmannsthal unbedingt. Ein Stück für ein zerfallendes Europa wollte er schreiben, ein restaurativer Appell an die Kulturgemeinschaft mit einer massiven Botschaft: Ein Leben im Materialismus, ein Leben ohne Mitgefühl, Menschlichkeit und höhere Werte ist Schall und Rauch und führt den Menschen geradewegs in die Barbarei. Ein ernster Mann war dieser Hugo von Hofmannsthal. Ein Feingeist, der den Schritt in die Moderne nie tun wollte und sie mit seinem „Brief des Lord Chandos“ doch eingeläutet hat. In diesem Werk postuliert er die Sprach- und Denkkrise des modernen Menschen, der sich in Dekadenz und Orientierungslosigkeit verloren hat, der lebt wie im Traum und seiner Zeit nur zusehen, sie aber nicht länger gestalten kann. Aus dieser Ich- und Weltkrise des jungen Hofmannsthal erwächst der Wunsch fürs Volk zu gestalten. Die Menschen Europas zu vereinen, ihnen den Weg in eine bessere Zukunft zu weisen über die Rückbesinnung auf die große Kultur der europäischen Literatur und Philosophie und die gemeinsamen Werte des Christentums.

Die Immoralisten – der Name kommt ja bekanntermaßen von Nietzsche und bezeichnet bei ihm die Zerschlagung des traditionellen Wertesystems – machen nun auf Christentum und moralische Rückbesinnung? „Immoralistisch“ heißt für uns vor allem, dass Theater alle Themen diskutieren darf und nur den Regeln der Kunst gehorcht. Was uns antreibt den „Jedermann“ zu entstauben und ganz anders als in Salzburg zu zeigen ist zuallererst Rebellionsgeist: Ein großes Werk der Theatergeschichte von einem Autor, der gerade heute in Zeiten von Bildungsarmut und spiritueller Sinnsuche etwas zu sagen hat, verkommt auf dem Theater zum kommerziellen Großspektakel. Das war sicherlich das letzte was Hofmannsthal wollte. Gerade der „Jedermann“ entstand ja aus der Beschäftigung des Autors mit dem allumfassenden System der Modernen, dem Kapitalismus. Wie weit die Deformation von Profit, Konsum und reinem Materialismus auf die Seele des Menschen seit des Autors Zeiten fortgeschritten ist, wollen wir mit unserer Inszenierung zeigen.

Wir leben heute in einer Zeit des globalisierten Kapitalismus. Unüberschaubar ist das System geworden. Die Fäden laufen irgendwo bei den Superreichen zusammen. Die sitzen wahrscheinlich auch ab und an in Salzburg und lassen die Politiker ansonsten „am Schnürl tanzen“, wie Hofmannsthal seinen Mammon – die Verkörperung des Geldes – im Stück sagen lässt. Die Deformationen des System kriegen wir, das Volk, an Leib und Seele zu spüren. Mag man in den 60er und 70er Jahren noch darunter gelitten haben und mit Adorno und Erich Fromm über die Auswirkungen des Kapitalismus auf die Gesellschaft und die Psyche reflektiert haben, ist das Leiden nun in einen ununterbrochenen Traum aus Konsum und absoluter Mobilität übergegangen. Und zwischen dem Kauf eines neuen SUV, dem spirituellen Meditationsseminar und der Urlaubsplanung mit Nachhaltigkeitsgarantie sind uns die großen Fragestellungen abhanden gekommen. Eine Verrohung, Verdummung und Banalisierung des Lebens ist zu beobachten, wie es schon Hofmannsthal getan hat. Der Rapper Kollegah – Vorbild für unseren Jedermann – dichtet:

„Kuck mich an, ich glänze durch Gangsterarroganz,
Lenke den Benz die Straße lang, in dunkelgrauen Nächten.
Mein Dick ist wie Jesus – dafür bekannt in Jungfrauen zu stecken /
Ich bin von Grund auf der Beste, stapel meine Luxusgüter
Schlage bei der Schutzgeldübergabe kleine Musterschüler
Und sie büffeln fleißig, züchten eifrig Bonsaibäume
Und schicken Küßchensmilies an ihre Onlinefreunde.“

Hugo von Hofmannsthal und Die Immoralisten züchten weiter ihre Bonsaibäume und stellen sich den Fragen der Zeit. Darunter machen wir es nicht. Gute Unterhaltung!

(Manuel Kreitmeier)

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Brief an Virginia Woolf

Liebe Virginia,

neulich hatte ich ein spannendes Gespräch mit einer Freundin, die versuchte einen Deiner Romane zu lesen. Sie erzählte mir, sie hätte ihn irgendwann einfach wutentbrannt weggelegt, weil sie nichts verstanden hätte und zu dumm dafür sei. Ich habe lange darüber nachgedacht. Eigentlich schreibst Du in Deinen Büchern nichts, was es zu verstehen gibt – eigentlich passiert kaum etwas. Es ist die Art, wie Du die Welt betrachtest. Du nimmst alles gleichzeitig wahr. Du filterst nicht zwischen wichtig und unwichtig. Bei Dir ist alles gleichbedeutend, denn alles spricht in einem Moment in derselben Lautstärke zu Dir. Eigentlich müsstest Du die Eindrücke allesamt übereinanderschreiben – auf dieselbe Stelle. Aber dann würde alles schwarz werden, und man würde kein Wort mehr lesen können. Daher musst Du die Bilder nacheinander setzen und an manchen Momenten immer wieder von vorne beginnen. Die Sinneseindrücke verschmelzen mit den Gedanken zu Assoziationsketten, und es ist manchmal nicht mehr zu trennen zwischen dem was war, was gerade ist oder was vielleicht passieren wird. Daher darf sich also äußerlich nicht viel ereignen, sonst wäre kein Platz für das, worüber Du eigentlich schreiben willst. Es geht um nichts und alles.

In Deiner Mrs Dalloway erzählst Du von Clarissa, einer gutsituierten Frau Anfang 50, die abends eine Gartenparty geben, und Menschen wiedersehen wird, mit denen sie seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte, die ihr aber in ihrer Jugend alles waren – die großen ersten Lieben, die ewig sind. An einer anderen Stelle Deines Londons hat der junge Septimus aufgrund seiner traumatisierenden Kriegserfahrungen jeglichen Sinn zum Weiterleben verloren.  Zwischen diesen zwei Menschen baust Du eine Verbindung auf, die es eigentlich nicht gibt, denn sie werden sich nie kennenlernen. Sie sind zufällig am selben Ort zur selben Zeit und verbunden über ein Flugzeug, das Werbung auf den Himmel sprüht. Clarissa wird das Flugzeug nicht einmal sehen – sie bekommt nur erzählt davon. Aber trotzdem werden Clarissa und Septimus zum Spiegel füreinander. Weil alles miteinander in Verbindung steht. Weil Menschen zwar wie Pilze getrennt nebeneinander wachsen, aber durch ein unsichtbares Netzwerk unterirdisch miteinander verbunden sind.

Aus Deinem Buch ein Theaterstück zu machen, bedeutete für mich, es für die Bühne neu zu schreiben. Du warst immer eine Autorin des Jetzt. Deine Bücher spielen in der Gegenwart und regieren direkt auf die Menschen und Ereignisse Deiner Zeit. Daher muss auch dieses Stück im Jetzt spielen. Bei Dir gibt uns der Schlag des Big Ben die Orientierung, so dass wir wiederfinden, wenn wir uns zwischendurch verirrt haben. Es ist der Herzschlag Londons, des verborgenden Hauptdarstellers. Doch London pulst schneller und lauter – wie die Welt. „Mind the Gap“ macht jetzt den Beat. Aus dem Tag in London wurde eine Minute. Was mich umtreibt, ist die Frage, wie der Mensch auf die Geschwindigkeit und den Lärm in unserer Welt reagiert. Alle Figuren des Stücks finden dafür andere Lösungen. Und trotzdem teilen wir alle die elementaren Grunderfahrungen. Wir lieben, wir haben Angst, wir erinnern uns, wir denken an morgen, wir leben unser Leben und atmen bis wir damit aufhören und uns transformieren. Das hat Dich immer fasziniert– der Übergang! Und dieser war gleichzeig Deine Nemesis. Der Mensch geht aus der Welt hervor. Er ist Teil der Natur und vollkommen kreatürlich – Menschen wachsen zusammen auf, umkreisen sich, sind sich nah, entfernen sich, gehen auseinander – bilden ein neues System – kreisen um eine Sonne, kreisen um einen Planeten – sind ein Mond oder werden selbst zur Sonne: Es ist im Grunde gleich, denn alles ist Teil von etwas Größerem.

Du hast das irgendwann nicht mehr ertragen. Es war Dir zuviel. Heute gibt es Medikamente, die Dir hätten helfen können. Aber im Grunde spielt das keine Rolle. Denn Du hast Dein Leben diesem Ringen mit Dir und der Welt gewidmet. Von Dir habe ich gelernt, dass man alles von sich riskieren muss, wenn man schreibt.

Thank you! and take care, wherever you are …
Yours, Florian

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Theater- Workshop

Theater macht Spaß !

Der wöchentliche Theater- Workshop richtet sich an alle, die ihr schauspielerisches Handwerkzeug erweitern, üben oder einfach in die Schauspielerei hineinschnuppern möchten. Mittlerweile hat sich eine regelmäßige Gruppe gebildet, die ihr erstes Bühnenprojekt 2015 mit “Mensch oder Schwein?” vorgestellt hat. Vier weitere Projekte folgten mit „Don Perlimplin liebt in seinem Garten Belisa“ von Garcia Lorca, „Hexenjagd in Amerika“, „Nachtgeflüster“ und „Der letzte Sommer“. Anmeldungen können per Mail an uns geschickt werden.

Kursleitung: Manuel Kreitmeier, Chris Meiser

Montag, 19-21.00 im Theater der Immoralisten.

Teilnehmergebühr: 60 / 40 Euro monatl.
Anmeldung unter info@immoralisten.de

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Narzissmus als Lebensprinzip

Narzissmus als Lebensprinzip

Rigorose Selbstverwirklichung sei das einzig erstrebenswerte Ziel des Lebens, predigt Lord Henry Wotton, Oscar Wildes scheinbares Alter Ego in seinem einzigen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“. Und er fügt hinzu: „Der Tod, der Verfall dauern endlos. Die Jugend, die herrliche Jugend nur so kurze Zeit. Leben Sie jetzt. In vollen Zügen. Sie haben alle Möglichkeiten dazu. Carpe diem!“ Dorian Gray, der schöne, unbedarfte Jüngling ist berauscht von den Worten des Älteren und sofort bereit dessen Wahlspruch zu folgen. Was dann kommt ist ein Leben außer Rand und Band. Ein Leben auf der Überholspur, bei dem sich Genuss an Genuss reiht und am Ende nur Leere und Zerstörung übrig bleibt.

Oscar Wildes Roman von 1891 ist es wert neu durchdacht zu werden, leben wir doch selbst in einer Zeit des rigorosen Narzissmus, der Egomanie auf Kosten des sozialen Zusammenhalts. Vergessen wir nicht, dass die Ausschweifungen der Upperclass damals mit ihrer prüden, doch bereits ausgehöhlten Sexualmoral und die Whitechapelmorde eines Jack the Ripper, die zwei Seiten derselben Medaille sind – Spiegel eines Landes, das sozial und moralisch zutiefst zerrissen war, das geprägt war von Kolonialismus und rigoroser Selbstentfaltung. Oscar Wilde ist der exemplarische Protagonist seiner Zeit. Sein Leben und Denken schwankt zwischen Exzess und Katholizismus, Nihilismus und Empathie. Wohl wenige Leben sind so widersprüchlich: Er war Dandy, Gesellschaftslöwe, Sozialist, Katholik, Familienvater und Homosexueller Auf dem Gipfel seines Ruhms hatte er die Deutungshoheit in England in Sachen Mode, Literatur und Lebensart. Er war der meistgespielte Theaterautor seiner Zeit. Am Ende seines Lebens war er ein verurteilter Straftäter und Verbannter.

„Das Bildnis des Dorian Gray“ ist Ausdruck dieses Lebens, öffentliches Outing und schonungslose Selbstoffenbarung zugleich. Und natürlich birgt der Roman dieselben Widersprüche wie Wildes Leben. Er ist Bibel des Ästhetizismus und dessen eigene Kritik. Er ist voll vergifteter Theorien und zugleich hoch moralisch. Eine Dramatisierung bietet sich geradezu an – der Roman ist voll herrlich ironischer Dialoge – und doch bleibt er für einen heutigen Leser stark zeitverhaftet und seine Wirkung weit hinter der Schlagkraft, die er bei seiner Erstveröffentlichung hatte, zurück. In einer Dramatisierung muss es also um eine Neuschaffung und einen Transfer zur Gegenwart gehen. Als Autor ging es mir darum, die Dialoge des Romans nicht einfach zu übernehmen, sondern sie neu zu gestalten auf Grundlage der Gedanken und der Dramaturgie des Originals. Das Buch und auch das Stück sind wie ein Labyrinth, in dem sich die Figuren verlaufen haben. Sie halten sich allesamt für Auserwählte, grenzen sich ab von der Gesellschaft und den von ihnen verachteten gewöhnlichen Menschen. Sie frönen unverhohlen ihrem eigenen Narzissmus, dem wir auch heute in mannigfacher Weise begegnen. Seien es die Terroristen, die sich anmaßen Gott zu spielen, seien es Staatsmänner wie Donald Trump, die einen verqueren Egofaschismus predigen, seien es wir selbst, die der Welt unsere Facebookposts und unsere Instagramfotos zumuten zu müssen meinen, als wollten wir in der globalisierten Ödnis rufen: Seht her, wir sind Versinkende, aber wir versinken schöner und besser als alle anderen!

Wo Oscar Wilde und seine Figuren noch Zerrissene sind zwischen der Anbetung ihrer eigenen Fetischobjekte und einem zutiefst verwurzelten Gefühl von Schuld und Vergebung, sind wir Heutigen beinah gänzlich befreit von Letzterem. Wir sind aufgeklärte Menschen, wir verachten die bürgerliche Moral und misstrauen den Erklärungsansätzen der Religion. Wir glauben uns rundum informiert und mitspracheberechtigt. Wir halten unsere Meinung für relevant, sind aktiv im Leben und leistungsstark in der Gesellschaft. Doch darunter ist die Leere, die Depression. Unserer Erklärungsansätze sind selbstbezogen, da sie letztlich nur uns selbst und die eigene Illusion von Wichtigkeit zum Zentrum haben. Am Ende der Illusion vom narzisstischen Größenwahn steht aber nicht die ewige Jugend und der vollkommene Genuss, sondern ein Abscheu erregendes Bildnis und ein Leben voll Leere und Sinnlosigkeit. Wo das eigene Selbst alleiniges Zentrum des Lebens ist, kann nichts Wertvolles entstehen. Ja, es ist wert Oscar Wildes Roman neu zu durchdenken.

(Manuel Kreitmeier)

 

 

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Gut und Böse – so einfach !?

So einfach ist das jetzt wieder: Gut und Böse, schwarz und weiß. Einfaches Denken ist en vogue. Die Welt ist komplex und unübersichtlich geworden. Der Mensch sehnt sich nach Orientierung, nach einer klaren Standortbestimmung. Die Lösung liegt auf der Hand: Zurück zu den guten, alten Werten, der vermeintlichen Übersichtlichkeit des Nationalistischen. Zurück zur geistigen Kleinstadtidylle im Globalisierungszeitalter. Ist dies der Weg in die Zukunft? Blicken wir zurück!

Ein Dorf an der Oder. 1832. Tiefstes Biedermeier. Eine Welt wie von Carl Spitzweg gemalt. Tschechin – den Namen hat der Autor erfunden – eine typische deutsche Kleinstadt der Zeit: Eine Mühle, eine Kirche, ein Wirtshaus. Soweit, so einfach. Das Volk: Fleißig, gemütlich, protestantisch. Jeder kennt jeden und jeder hasst das Fremde. Verkörpert hier in Person der Gastwirtsfrau, einer Zugezogenen. Denn die verengte Perspektive des Kleinstädtischen lenkt die Aufmerksamkeit umso mehr auf das, was nicht dazu gehört. Nationalismus lebt von der Abgrenzung. Das sind wir, das die anderen. Alle negativen Attribute werden ausgelagert, übertragen auf andere. Die Bösen sind beliebig austauschbar. Jedenfalls werden Grenzen gezogen unter dem Motto der Selbsterhaltung, der Heimat, der bedrohten guten, alten Werte. Doch im heimelich Biederen liegt auch der Schrecken. Das wissen wir aus Erfahrung. War nicht auch Hitler und sein Gefolge ein Haufen zutiefst biederer Massenmörder? Blümchensofas auf dem Berghof, nachmittägliche Spaziergänge zum Mooslahnerkopf mit anschließendem Kaffeekränzchen. Das bieder Anständige ist nur die eine Seite der Medaille. Mord und Totschlag die andere. Hinter der Idylle lauert der Abgrund. Und so ist auch in diesem exemplarischen Dorf Tschechin aus Fontanes Novelle das Gemütliche und das Schreckliche eng miteinander verbunden. In mehrfacher Hinsicht. Und die Werteordnung alles andere als einfach, auch wenn vom Pastor des Dorfes Anderes suggeriert wird. Fontanes Ironie überall.

Der berühmte Satz des Dichters aus „Effi Briest“ lautet „Das ist ein zu weites Feld“ und könnte als Motto über allen Werken Fontanes, ja stellvertretend für sein gesamtes Denken mit all seinen Widersprüchen stehen. Liberaler oder Reaktionär? Bismarckkritiker und -bewunderer? Preußendichter oder Preußenkritiker? Der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder hat Fontane diesen Mangel an klarer Position vorgeworfen. Dieser Dichter hatte wahrhaft nicht das Zeug zum Revolutionär. Er war von seiner ganzen Art her das Gegenteil eines ideologisch denkenden Menschen, er war ein Humanist. Selbst die scheinbaren Bösewichte in Fontanes Werk sind noch mit den schattierten Farben des Verständnisses gemalt. Fontanes Protagonisten sind Täter und Opfer, aber immer beides. Und immer sind sie vor allem eines: Menschen. Menschen mit ihren Schwächen und Fähigkeiten und ihrer gesellschaftlichen Determinierung. Nicht anders Abel Hradscheck, der Kaufmann, Gastwirt und Mörder aus der 1885 erschienenen Novelle „Unterm Birnbaum“. Abels Dämon: Großmannssucht. Egomanie, Völlerei. Ein Spaßmacher und Witzeerzähler. Ein Trinker und Spieler. Und ein eiskalter Mörder aus Hinterlist. Ein Manipulator, und dennoch ein Opfer seiner eigenen Psyche und der fortgesetzten Demütigung durch die reichen Bauern des Ortes. Keiner will Abel Hradscheck hochkommen sehn. Seine Wirtschaft darf er betreiben, ja. Die Bauern an Status überholen, nein. „Unterm Birnbaum“ geschrieben in der Blüte der Industrialisierung ist auch eine Analyse des Kapitalismus und seinen Deformationen der Psyche des einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes.

Überhaupt geht alles in diesem Dorf um Besitz und Geld. Ursel Hradscheck, zutiefst unglücklich als Außenseiterin, will wenigstens so leben, wie sie sich selbst eine Kaufmannsfrau vorstellt. Dieses Leben im Äußerlichen – Möbel, Kleidung, Statussymbole, hat  den Preis der Verschuldung. Und so lautet einer der zentralen Sätze der Novelle: „Nur nicht arm sein. Armut ist das Schlimmste, schlimmer als der Tod.“ Dies denkt nicht nur Ursel Hradscheck, dies denken Tausende Flüchtlinge aus Afrika. Und die anderen, die Gutsituierten, die Nationalisten, die Herren dieser Welt? Abschottung. Wir wollen unseren Status nicht verlieren. Das Blümchensofa, die schöne, heile, einfache, biedere Welt von Gestern.

(Manuel Kreitmeier)

 

 

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Unterm Birnbaum

Abel Hradschek, Gastwirt im Dorf Tschechin, ist hoch verschuldet. Als ein polnischer Handlungsreisender den Gasthof besucht, bietet sich ihm die perfekte Chance schnell an Geld zu kommen: Er bringt den Fremden kurzerhand um, und vertuscht den Mord als Unfall. Den Dorfbewohnern erzählt er von einer plötzlichen Erbschaft seiner Frau. Allerdings hat eine Nachbarin den Gastwirt nachts unterm Birnbaum eine Kiste vergraben sehen. Was nun beginnt ist ein Krimi mit Heimatfilmcharakter: Abel manipuliert geschickt die Meinung und Handlungsweise des Dorfes, doch mit seinem eigenen Aberglauben und einem Spuk, der bald darauf in seinem Keller beginnt, hat er nicht gerechnet.

Theodor Fontanes Meisternovelle „Unterm Birnbaum“ in einer kongenialen Theaterfassung der IMMORALISTEN ist Open- Air- Theater pur. Denn neben einem Birnbaum mit Leiche, Geistern im Keller und einer handfesten Wirtshausgesellschaft, hat dieser Krimi überdies das Zeug zur Gesellschaftssatire.

Die Badische Zeitung schreibt:

„Fontane hat mit „Unterm Birnbaum“ 1885 eine Kriminovelle geschrieben, die als Psychogramm eines Täters, aber genauso als Soziogramm seiner Umgebung zu lesen ist. Und genau das weiß Regisseur Kreitmeier zu nutzen: Er stellt Fontanes Figuren, die sich bereits durch ihre gekürzten aber weitgehend im Original belassenen Dialoge entlarven, exemplarisch und mit der Zeit anverwandelten Kostümen auf die Bühne. Das ist, dank sensibler Schauspielführung, dank feiner Darstellerleistungen bis in die kleinen Nebenrollen und dank des Hangs der Immoralisten zu schwarzem Humor und zur Zuspitzung, oft sehr komisch.“ 

Besetzung:

Abel: Jochen Kruß
Ursel: Chris Meiser
Mutter Jeschke: Verena Huber
Szulski / Justizrat / Buggenhagen: James Foggin
Ede: Yazmurad Hajiyev
Jakob / Bauer Kunicke / Gendarm Gelhaar: Antonio Denscheilmann
Frau Mietzel: Michaela Schüürmann
Frau Quaas / Male: Christina Beer
Pastor Eccelius / Bauer Mielke: Florian Wetter

Buch / Regie / Bühne: Manuel Kreitmeier

Bühnenkonstruktion: Markus Wassmer

Fotos: Manuel Kreitmeier / Norbert Steinhöfel

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1917 – Russisches Roulette

„Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, erzeugt stets die Hölle.“ (Karl Popper)

Russisches Roulette – die Gameshow auf Leben und Tod. Sieben Kandidaten kämpfen um die Herrschaft über Russland und ihr politisches Überleben.

1917: Zar Nikolas II. ist unfähig sein Land aus der Krise zu führen und lässt die Aufstände in Russland blutig niederschlagen. Als die Revolution ausbricht, bleibt ihm keine andere Wahl, als abzudanken. Die Mitglieder der Duma und der neugegründete Arbeiter- und Soldatenrat ringen von nun an um die Macht und eine neue Regierung. Fernab in Zürich sitzt der Exilrevolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, der den Anbruch eines neuen Zeitalters verkündet. Doch ihm sind die Hände gebunden – er darf nicht ausreisen. Da fädelt ein Kompagnon aus alten Tagen mit dem Deutschen Kaiserreich ein Geschäft ein. Die kriegsgeschwächten Deutschen wittern die Gelegenheit, Russland durch die Bolschewiki nachhaltig zu destabilisieren. Es fließen Million und Lenin darf ungehindert Deutschland passieren. Doch als er in Petrograd eintrifft, hat das Spiel gerade erst begonnen …

Die Immoralisten laden ein zu einer Partie „Russisches Roulette“. Zu Gast sind die führenden Köpfe der Russischen Revolution. Unter ihnen Zar Nikolaus II., Lenin, Trotzki und der Schwarzmarktkönig Alexander Parvus. Regeln gibt es keine. Alle Mittel sind erlaubt. Willkommen zum zweiten Teil von Kreitmeier & Wetters Weltkriegstrilogie über das Jahr 1917, das den Lauf der Geschichte für immer verändern wird!

„Ein irres Spiel – überaus gelungen“ (BZ) Die ganze KRITIK der Badischen Zeitung gibt es hier zu lesen –> KRITIK

Besetzung:
Destiny’s Child, Moderator: James Foggin
Tatjana: Anna Tomicsek
Lenin: Florian Wetter
Miljukow/ Trotzki: Markus Schlüter
Zar Nikolaus II./ Kerenski: Jochen Kruß
Parvus/ Kornilow: Daniel Leers

Text: Florian Wetter / Manuel Kreitmeier
Regie / Bühne:
Manuel Kreitmeier

Premiere: 11. Oktober 2018

Dauer ca. 90 Minuten, keine Pause.
Karten zu € 20,- und € 13,- (ermäßigt).

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Kulturamt der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

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Das Bildnis des Dorian Gray

„Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.

Der Künstler Basil Hallward hat eine neue Muse. Der schöne Dorian Gray hat ihm den Kopf verdreht und lässt ihn zu künstlerischer Hochform auflaufen: Sein Portrait des jungen Mannes wird ein Meisterwerk! Im Atelier leistet der Dandy Lord Henry Wotton den beiden Gesellschaft. Einem Teufel gleich, schwingt er sich auf zu einer Tirade über Schönheit, Lust und Exzess als den einzig lebenswerten Prinzipien des Seins. Dorian ist lichterloh entflammt. Als er im fertigen Bild sein Antlitz erblickt, wünscht er sich, er möge für immer so aussehen wie jetzt, und nur sein Bild solle altern. Sein Wunsch wird erhört, dafür hat er seine Seele verkauft.

In Zeiten von Instagram und Facebook ist Oscar Wildes Roman aktueller denn je. Narzissmus und Jugendwahn sind die Fallen, die der irische Dichter nur allzu gut kannte und zu einem modernen Märchen verflocht. Heute ist „Das Bildnis des Dorian Gray“ einer der ganz großen Klassiker der Weltliteratur. Die Immoralisten zeigen eine eigene Theaterfassung.

Die tolle KRITIK der BZ zur Premiere lesen Sie –> HIER 

Besetzung:

Dorian Gray: Chris Meiser
Lord Henry Wotton: Markus Schlüter
Basil Hallward: Jochen Kruß
Sybil Vane: Christina Beer
James Vane/ Mr. Wilde: Antonio Denscheilmann

Buch, Regie & Bühne:
Manuel Kreitmeier
Musik (Komposition & Synthesizer):
Florian Wetter

Premiere: 29. Dezember 2018

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Mrs Dalloway

„Ich bin ein abgekratzter Partyteller und es spielt keine Rolle, ob ich für die nächste Party abgewaschen werde oder zerbreche.

Ein strahlender Frühlingstag in London: Clarissa kauft Blumen für ihre Gartenparty. Zwei besondere Gäste werden kommen. Ihre Jugendliebe Sally und Peter Walsh – der Mann den sie fast geheiratet hätte. Beide hat sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Ihr jetziges Leben an der Seite des Unterhausabgeordneten Richard Dalloway empfindet sie als große Enttäuschung. Die Erinnerungen überwältigen sie: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen und öffnen das Tor zu einem Universum, das ihr eigener Geist ist. In der U- Bahn trifft sie auf einen traumatisierten Soldaten aus Afghanistan. Keiner von beiden ahnt jedoch die Folgen dieser Begegnung für den jeweils anderen…

Mrs Dalloway ist einer der großen experimentellen Romane des 20. Jahrhunderts. Virginia Woolf gräbt Tunnel in die Psyche ihrer Figuren, die sich in der Tiefe zu einem Höhlensystem verbinden. Alles hängt miteinander zusammen. Wir schreiben diese magische Fantasie über Raum und Zeit für die Bühne neu und gehen auf eine Achterbahnfahrt des Stream of Consciousness unseres Hier und Jetzt.

Lesen Sie HIER die Kritik von Bettina Schulte in der Badischen Zeitung !

Die Kritik im KULTURJOKER finden Sie HIER !

Besetzung:

Clarissa Dalloway: Anna Tomicsek
Richard Dalloway: Uli Winterhager
Peter Walsh: Florian Wetter
Sally Seton: Lena Müller
Septimius Warren Smith: Jochen Kruß
Reza Warren Smith: Christina Beer
Dr. Bradshaw/ Evans: Sebastian Ridder

Buch & Konzeption: Florian Wetter

Regie & Bühne: Manuel Kreitmeier

Premiere: 25. April 2019

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DAS PHÄNOMEN

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Solche Aussagen des deutschen Innenministers lassen hellhörig werden. Schon einmal hat man ähnliche Worte vernommen. In Arthur Schnitzlers 1912 geschriebenem Stück „Professor Bernhardi“ kommen sie gleich mehrfach vor. Da sagt einer der Ärzte: „Wir leben nun einmal in einem christlichen Staat, Herr Professor“. Und Minister Flint sieht ganz klar die „Verbindung von christlicher Wissenschaft und Medizin“. In einer Interpellation im Parlament stellt die klerikale Partei dann sogar die Forderung, Professor Bernhardi wegen Religionsstörung anzuklagen, und „künftighin bei der Besetzung öffentlicher Stellen ein für allemal von Persönlichkeiten abzusehen, die durch Herkunft und Charaktereigenschaften nicht in der Lage sind den angestammten Gefühlen der christlichen Bevölkerung das nötige Verständnis entgegenzubringen.“

Der Einzelfall wird zum Paradebeispiel. Ein „Wir haben es doch gewusst“ raunt es hinter vorgehalter Hand. Verbindungen werden gezogen zwischen Rasse und Charakter. Die Wölfe lauern und lechzen nach Blut. Ihr Hunger auf Menschenfleisch ist ungebrochen. Sie warten auch heute wieder darauf, das etwas geschieht – ein Terroranschlag, eine Vergewaltigung, ein Mord – etwas, das die bereits vorhandenen Vorurteile bestätigt und endlich als Argument dienen kann, den gewünschten restriktiven Maßnahmen einen pseudolegitimen Anstrich zu verpassen. Denn Rassismus ist etwas tief Verankertes im Menschen. Etwas, das aus Urzeiten stammt, aus einer archaischen Zeit, in welcher der Mensch den Menschen noch nicht als Bruder erkannt hat. Aus den Zeiten von Kain und Abel. Rassismus ist ein irrationales Gelübte aus Dummheit und Hass, geboren aus dem Minderwertigkeitsgefühl des Verlierers, des Zukurzgekommenen.  Im Kern hat er immer etwas Wildes, Unbeherrschtes. Erst staatlich verankerter Rassismus kann mit Ordnung und Legitimation einhergehen, kann Eisenbahnwägen rollen lassen im Namen der Volksreinheit. Zuerst aber wächst dieser Rassismus wie ein Krebs in uns. An den Rändern der Gesellschaft. In den Vorstädten. In den Winkeln, den Windungen des Unterbewussten. Er ist lange da, bevor er ausbricht und die ersten Symptome zeigt. Doch schon bald nagt er sich in den letzten Fleck des Lebendigen und verschlingt das Gesunde und Anständige mit seiner Vernichtungswut.

Auch Professor Bernhardi, einst angesehener und verdienter Direktor einer Privatklinik, wird suspendiert und zum Musterbeispiel eines Juden erklärt, der allein durch seine rassische Zugehörigkeit nicht in der Lage sein kann, die christlichen Patienten der Klinik angemessen zu behandeln. Religion wird vorgeschützt. Eigentlich geht es um Rassismus. Rassismus ist ein schleichendes Phänomen. Der Dichter und Kabarettist Hanns Dieter Hüsch hat darüber einmal ein Lied gemacht. Darin beschreibt er eindrücklich, wie aus Vorurteilen Stigmatisierungen werden, wie Ressentiments zu Hass und am Ende zu Pogromen führen:
„Nur weil kein Mensch derselbe ist / Und weiß und schwarz und gelbe ist / Wird er verbrannt ob Frau ob Mann / Und das fängt schon von klein auf an.“
Und nur eine Lösung kann es hiergegen geben: Der Bruder muss den Bruder zu verstehen suchen. Er muss im Anderen sich selbst erkennen. Liebe ist immer die Lösung. Humanismus ist immer die Lösung. Vorurteile und Hass niemals.

Und Hüsch dichtet zu Ende:

„Dann nehmt euch alle an die Hand / Und nehmt auch den der nicht erkannt / Dass früh schon in uns allen brennt / Das was man den Faschismus nennt. / Nur wenn wir eins sind überall / Dann gibt es keinen neuen Fall / Von Auschwitz bis nach Buchenwald / Und wer’s nicht spürt der merkt es bald. / Nur wenn wir in uns alle sehn / Besiegen wir das Phänomen. / Nur wenn wir alle in uns sind / Fliegt keine Asche mehr im Wind.“
(Text: Manuel Kreitmeier / Foto: tisento.de)

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Das sind die Immoralisten

Fünf Portraits über die Immoralisten auf Fudder.de

http://fudder.de/das-sind-die-immoralisten

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Der letzte Sommer

Später wird man sich immer an diesen Sommer erinnern…

Diesen wunderbaren Sommer 1914…

Der Sommer vor dem großen Krieg…

Der letzte Sommer !

Begleitend zu unserer aktuellen Produktion „1914- Countdown zum Krieg“ hat sich der Workshop der Immoralisten mit den Literaten der Belle Époque szenisch auseinandergesetzt. Diese Texte stellen auf scharfzüngige, witzige, kühle, visionäre und tief verstörende Art und Weise das Kaleidoskop einer widersprüchlichen Zeit dar.

Einer Zeit, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein jähes Ende fand.

Mit Gedichten und Szenen u.a. von Gerhard Hauptmann, Else Lasker- Schüler, Arthur Schnitzler, Karl Valentin und Frank Wedekind.

Es spielen: Jasper Brenner, Delia Denecke, Katrin von Döhren, Martina Formella, Meike Gasser, Erika Hotzen, Prisca Jackson, Yvonne Junghans, Michaela Noraron, Pia Ocklenburg, Annegret Rieckmann, Lukas Sellinger, Craig Stirling und Daniela Wölfel

Kursleitung/ Regie: Manuel Kreitmeier und Markus Schlüter
Assistenz: Sashana Haber
Fotos: Norbert Steinhöfel

Termine:

Sonntag, 26.11., 18h

Montag, 27.11., 20h

Mittwoch, 29.11., 20h

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Liebe ist kälter als der Tod

Ja, bei Ibsen geht es selbstsüchtig zu. Und das in nahezu all seinen Stücken. Schon der frühe Titelheld Peer Gynt handelt rein egomanisch. Er ist für Ibsen das männliche Prinzip schlechthin. Doch auch die Frauen zeigt der Autor als skrupellose Wesen: Hedda Gabler ist der Inbegriff solch einer Femme fatale. Eine Figur, die buchstäblich über Leichen geht, um ihren Willen durchzusetzen. Nora ist da anders. Sie ist keine Antiheldin. Am Ende gelingt ihr tatsächlich die Emanzipation aus einem umgreifenden Unterdrückungssystem, der Ehe mit ihrem Ehemann Helmer. Aber dennoch: Bis zu dieser Erkenntnis, dass Beziehung nur sein kann, wo Liebe herrscht und nicht Macht, handelt auch Nora ichbezogen und oberflächlich. Ibsen zeigt aber auch, dass Unterdrückung zwei Seiten hat. Der Unterdrücker und derjenige, der sich unterdrücken lässt. Der das Spiel aus Macht und Ohnmacht mitspielt. Nora lässt es zu, dass ihr Ehemann sie wie ein unmündiges Kind behandelt. Warum? Sie hat für sich eine Nische gefunden, in welcher sie sich stark und nützlich fühlt: Das Wissen, dass sie selbst das Geld besorgt hat, um Helmer einen Kuraufenthalt in Italien zu ermöglichen, der diesem das Leben gerettet hat. Dieses Geheimnis ist Noras „ganzer Stolz“. Sie erträgt die Unterdrückung, weil sie weiß, dass sie insgeheim die Stärkere ist. Sie spielt die Schwache nur. Und sie spielt diese Rolle mit Freude, weiß sie doch, dass Helmer sich dadurch stärker, männlicher, kontrollierender fühlt, und dieses Gefühl für sein „männliches Selbstverständnis“ dringend benötigt. Denn dahinter lauert der Abgrund, der Burnout. Ibsen ist ein Meister in der Schilderung von sado-masochistischen Beziehungen. Und dies nicht nur in seiner Darstellung der bürgerlichen Ehe, die bei ihm definitiv mehr Qual als Lust ist, im besten Fall Arrangement, im schlimmsten Fall die Hölle auf Erden. Auch mit den Freundschaften seiner Protagonisten ist es nicht besser bestellt. Doktor Rank, der lungenkranke Hausfreund, wird von Nora, die um sein Liebeswerben weiß, an der kurzen Leine der Demütigung gehalten und von seinem besten Freund Helmer lediglich als „dunkler Hintergrund für unser sonnenhelles Glück“ wahrgenommen. Frau Linde, der Jugendfreundin Noras, ergeht es ähnlich. Sie ist ebenfalls Publikum für Noras Erfolgsgeschichte einer „glücklichen Ehe“. Ihrerseits ist aber auch Frau Linde nicht ganz uneigennützig angereist: Sie ist pleite und hofft darauf, dass Nora ein gutes Wort für sie bei ihrem Ehemann einlegt. Es geht also nicht um das Wiedersehen mit der vermissten Freundin, sondern ganz profan um einen Job, den Nora ihr beschaffen soll. Krogstad, der Rechtsanwalt, von dem Nora das besagte Darlehen für die Kur ihres Ehemannes beschafft hat, ist in Ibsens Machtspirale ganz unten. Ihm droht die Entlassung durch Helmer. Er ist ein „Schiffbrüchiger auf einem erbarmungslosen Meer“ und droht zum zweiten Mal in seinem Leben komplett gesellschaftlich abzurutschen. Um dies zu verhindern, ist er bereit, alle um sich herum mit in die Tiefe zu reißen. Überhaupt ist die Verbindung, die Ibsen zwischen privaten und gesellschaftlichen Abhängigkeiten zieht erstaunlich. Nicht nur schildert der Autor das bürgerliche Leben als einen Strudel aus Sadismus, Ausbeutung und Bedürftigkeit. Nein er zeigt, dass der Mikrokosmos Ehe Spiegel der Gesellschaft an sich ist. Der Kapitalismus ist ein System, das die schlechtesten Eigenschaften im Menschen verstärkt, könnte Ibsens Botschaft lauten. Entweder endet man in einem Gefüge aus Leistungsdenken und Burnout (Helmer) oder kompensiert mangelnde Zuneigung mit Konsum und Narzissmus (Nora). Ibsen weiß darauf nur eine Antwort: „Das Wunderbare“ muss geschehen. „Was ist das Wunderbare?“, fragt Helmer am Ende des Stückes. Die echte Begegnung, frei von Rollenbildern, Abhängigkeiten und Egoismus, könnte die Antwort lauten. Sein statt Haben, würde der Psychologe Erich Fromm sagen. Liebe wäre ein anderes Wort hierfür. (Manuel Kreitmeier)

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Artikel in der BZ über unsere neue Spielzeit !

Henik Ibsens Drama „Nora oder Ein Puppenheim“ haben die Immoralisten schon einmal auf die Bühne gebracht. Vor sieben Jahren war das – und eine ordentliche Inszenierung indoor mit Kaminfeuer und Weihnachtsbaum. Jetzt ist alles anders: Nora faulenzt draußen im Garten an einem aufblasbaren Pool, es ist Sommer, die Tanne quietschrosa. Und Nora ist ein Mann: Jochen Kruß stellt sich mit Freuden der Rolle – während logischerweise sein Mann Helmer eine Frau ist: Lisa-Lena Tritscher ist aus Graz zu der freien Freiburger Theatergruppe gestoßen. „Wir hatten überhaupt nicht vor, die zentralen Rollen gegengeschlechtlich zu besetzen“, erzählen die Theaterleiter Manuel Kreitmeier (Regie) und Florian Wetter (Dramaturgie, Musik) im Gespräch.

Aber bei der ersten Sprechprobe funktionierte die herkömmliche Rollenverteilung einfach nicht. Jochen Kruß entdeckte, dass er eigentlich für die Nora geschaffen sei – und Lisa-Lena Tritschler stürzte sich nach ersten Vorbehalten mit Leidenschaft in die Aufgabe, Noras Ehemann zu geben. Mit Travestie hat die neue „Nora“-Besetzung das Wenigste zu tun. Sondern damit, dass Herrschaftsverhältnisse nicht an Geschlechtszuordnungen gebunden sind. Man darf gespannt sein, wie das von den Immoralisten angerührte „explosive Gemisch“ (Spielzeitvorschau) funktioniert (Premiere am 13. Juli).

Explosiv war die Situation auch auf dem Balkan im Jahr 1914, als in Sarajevo jene Schüsse fielen, die den Ersten Weltkrieg auslösten. Dass sich die Immoralisten dieser Situation und der verheerenden diplomatischen Reaktionskette auf der Bühne widmen wollen, hat eminent mit ihrem Verständnis als – nicht nur, aber auch – politischem Theater zu tun: Vor allem „Stammheim“ ist da noch in bester Erinnerung. Nicht Nostalgie – natürlich nicht! – leitet das Ensemble bei seiner Spurensuche. Sondern der Blick in die Welt von heute, der für die Zukunft nicht unbedingt das Friedensreich auf Erden verheißt: Nationale und nationalistische Strömungen sind wieder gesellschafts- und mehrheitsfähig, Populisten schüren Ängste vor dem anderen, der angeblich der Feind ist. „Der Finger am Abzug“, so der Kommentar von Kreitmeier und Wetter zu ihrer Produktion, „sitzt auch heute wieder erstaunlich locker“.

Bei „Sarajevo“ (Premiere am 5. Oktober) werden die Immoralisten zwei Stränge verfolgen: Der eine bezieht sich auf die Planung des Attentats auf den österreichischen Thronfolger durch serbische Nationalisten und Separatisten, die wie heute die Islamisten junge Männer ohne Ziele und Ideale als Selbstmordattentäter rekrutierten. Der andere nimmt die politischen Reaktionen in den Blick, denen Christopher Clark eine große historische Studie mit dem bezeichnenden Titel „Die Schlafwandler“ gewidmet hat. Zweifellos eines der bisher ambitioniertesten Projekte der Immoralisten – wobei sich vor allem die Frage nach der theatralen Umsetzbarkeit komplexer historischer Prozesse stellt. Der Schuss, der die Welt veränderte, ist die dramatische und dramaturgische Klammer der Produktion.

Mit ihr wollen die Immoralisten unter Beweis stellen, wie konsequent sie die von ihnen schon ausgemessene Linie eines um die deutsche Identität kreisenden Dokumentartheaters weiter verfolgen wollen. Dass der Sound dabei eine wichtige Rolle spielt, versteht sich angesichts der produktiven Zusammenarbeit der Musiker Florian Wetter und Hannah Schwegler inzwischen fast von selbst.

Die beiden restlichen Inszenierungen der Spielzeit bewegen sich dann eher auf dem „üblichen“ Terrain. An den erfolgreichen Kafka-Abend „Der Bau“ knüpft eine Adaption von „Der Prozess“ (Premiere 9. Dezember) an. Last but not least steht Arthur Schnitzlers Drama „Professor Bernhardi“ auf dem Spielplan (Premiere 22. März 2018): ein Stück über Ausgrenzung – mit einem ganz großen Ensemble in der kleinen Spielstätte der Immoralisten. Aber auch dafür werden sie eine Lösung finden. Ganz sicher.

(Bettina Schulte, Badische Zeitung)
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Spielzeit 2017/ 18

Willkommen!

Sie stehen hintereinander in Reih und Glied. Ein kleines Dominosteinchen hinter dem andern. Nur ein kleiner Schnipp und das erste fällt, fällt auf das Steinchen davor. Und dann fällt das nächste und dann noch eins. Dem widmen wir unsere Spielzeit, denn unser Motto ist: Dominoeffekt!

NORA lebt als Repräsentierfrauchen unterm starken Flügeln ihres Mannes, des Unternehmers Helmer. Doch hat sie ein Geheimnis, denn als ihr Mann krank darniederlag, fälschte sie die Unterschrift ihres Vaters, um an ein Darlehen zu kommen und wird seitdem erpresst. Nun kommt der Zahltag und Nora droht mit einem Mal all das zu verlieren, was sie sich in jahrelanger Scharade aufgebaut hat.

Ein Schuss und die Welt steht in Brand: Am 28. Juni 1914 erschießt Gavrilo Princip das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar Franz Ferdinand und Sophie in SARAJEVO. Es folgen absurde Wochen politischer Manöver, die letztendlich in den Ersten Weltkrieg münden. Scheinbar niemand hat es kommen sehen, denn die Hauptakteure schlafen wie Nachtwandler in Labyrinthen der Egomanien und Nationalismen.

Alles ändert sich für Josef K. mit einem Schlag, als er eines Morgens grundlos verhaftet wird. Ihm wird DER PROZESS gemacht, ohne dass er weiß, wessen er überhaupt angeklagt wird. Mit seiner unbeholfenen Verteidigung dreht sich der Angeklagte langsam die eigene Schlinge, in die er seinen Kopf stecken wird.

PROFESSOR BERNHARDI, Leiter einer selbstgegründeten Privatklinik, verweigert aus ethischen Motiven dem Pfarrer, die letzten Sakramente über einer sterbenden Patientin zu sprechen. Die Sache hat ein Nachspiel. Der jüdische Arzt wird zum Mittelpunkt eines gesellschaftlich-politischen Eklats, der zu einer üblen Schlammschlacht ausartet.

Eine spannende und wahrhaft immoralistische Dominopartie – wir freuen uns, für Sie und mit Ihnen zu spielen!

Ihr,
Florian Wetter & Manuel Kreitmeier
(Theaterleitung)

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Nora oder Ein Puppenheim

„So wie ich jetzt bin, bin ich keine Frau für Dich!

Nora hat es geschafft! Sie lebt in Saus und Braus an der Seite ihres Mannes Torvald Helmer, eines erfolgreichen Aufsteigers in der Bankbranche. Die repräsentative Hausfrau steht im Ruf, eine Verschwenderin zu sein, die der Yuppie sich im goldenen Käfig hält. Nora spielt die Rolle des naiven Frauchens exzellent. Doch hinter der Fassade verbirgt sie ein dunkles Geheimnis: Als Helmer mit Burnout darniederlag, fälschte sie die Unterschrift ihres Vaters, um so bei einem Angestellten Helmers ein Darlehen zu erwirken. Doch dem Geldverleiher droht die Entlassung aus der Bank und so greift er zum letzten Mittel: Erpressung! Nora soll die Entlassung verhindern, andernfalls wird er den Betrug auffliegen lassen und Noras Familie zerstören…

Ein Villa in Kalifornien, als Sinnbild für Erfolg und Leistung in einer Welt der Reichen und Schönen, ist die Kulisse unseres Sommer-OpenAirs! Vor sieben Jahren hatten wir bereits das Vergnügen mit Ibsens Kultstück über Rollenbilder und Emanzipation. Für unsere neue Version haben wir ein paar Dinge gehörig auf den Kopf gestellt. Bei uns ist Weihnachten jetzt im Sommer, Helmer ist eine Frau und Nora ein Mann. Wir können es kaum erwarten, dieses explosive Gemisch in Brand zu setzen …

Die Hälfte der Plätze ist beim OpenAir überdacht. Sollte die Vorstellung aufgrund der Wetterlage unzumutbar sein, behalten wir uns vor nicht zu spielen. Karten können dann nach Wunsch umgetauscht werden.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Das Plakatfoto stammt von Andreas Lörcher.

Die begeisterte Premierenkritik der BZ gibt es HIER –>

Eine weitere Besprechung auf Stadtbesten finden Sie HIER

„Großartige Regie (…), tolles Bühnenbild (…), phänomenales Ensemble“ (Kulturjoker Freiburg)

Einige Hörproben aus der Inszenierung gibt es im Radiobeitrag auf Radio Dreyeckland –> HIER

Besetzung:
Helmer: Lena Müller
Nora: Jochen Kruß
Frau Linde: Verena Huber
Krogstad: Florian Wetter
Dr. Rank: Uli Winterhager

Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Bühnenkonstruktion: Markus Wassmer

Premiere: 13. Juli, 20.30 Uhr.

 

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1914 – Countdown zum Krieg

„Der Besuch des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo stand von Anfang an unter keinem guten Stern….

Die serbische Untergrundorganisation „Schwarze Hand“ plant ein Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar Franz-Ferdinand und Sophie. Schon vor Wochen sind Bomben und Pistolen über die Grenze geschmuggelt worden, und nun, am 28. Juni 1914, sollen sieben junge Terroristen bereitstehen, wenn die Wagenkolonne mit den Zielpersonen die Prachtstraße in Sarajevo zum Rathaus fährt. Nichts läuft nach Plan – alles misslingt. Doch das Schicksal hat beschlossen, dass die Welt auf den Kopf gestellt wird. Das Paar wird erschossen und Österreich schmiedet Rachepläne. Deutschland versichert volle Unterstützung, was immer die Österreicher unternehmen, und Russland stellt sich hinter seine slawischen Brüder. Doch so sehr sich alle gegenseitig friedliche Absichten versichern: Längst ist klar, dass die Bombe tickt. Und wenn sie explodiert, wird die Welt nicht mehr dieselbe sein …

Mit „1914“ wagen die Immoralisten sich an die Darstellung der spinnengewebten Vernetzungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs, die alles sind: Thriller, Farce und absurdes Theater auf großer Weltbühne.

Zum Stück:

Sarajevo ist der Ort, an dem der Student Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie ermordet. Mit diesem Attentat beginnt am 28. Juni 1914 jene Bombe zu ticken, deren Explosion die ganze Welt für immer verändern wird. Hundert Jahre später blicken wir zurück. Nicht aus Nostalgie. Wir blicken in die Welt von heute und sehen eine erschreckend anwachsende Zahl von nationalistischen Egomanen in mächtigen Staatsämtern und eine noch größere Anzahl von großmannsüchtigen Schranzen, die gerne große Staatsmänner wären. Nationalismus ist das Thema der Stunde, der Finger am Abzug scheint auch heute wieder erstaunlich locker zu sitzen. Doch sind die mächtigen Männer unserer Zeit, die Erdogans, Trumps und Putins wirklich gefährliche Despoten? Sind sie den impotenten Säbelrasslern von damals, den Wilhelms mit ihrem Federbusch und ihrer großen Klappe nicht viel näher? Krieg will doch eigentlich keiner. Und doch marschieren 1914 plötzlich die Truppen, fällt der ersten Schuss dieser größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Und heute? Steht wieder Krieg vor der Tür?

Die Welt vor hundert Jahren ist uns nah und fremd zugleich. Ein Kostümball mit Säbelrasseln, Kavallerie und Operettenbällen. Der Zweite Weltkrieg ist aggressiver und wird von antagonistischen Ideologien bestimmt. Der Erste Weltkrieg jedoch ist ein Krieg der Nationalismen und erscheint zu keinem Zeitpunkt zwingend. Traumwandlerisch driften die Akteure durch die Wochen nach dem Attentat und folgen den vielfältigen Bündnislinien die sich rot leuchtend über die Landkarte spreizen. Der Schuss in Sarajevo bringt den Zeitzünder in Gang. Die Bombe tickt. Die Herrscher der Nationen werfen sich die Bombe gegenseitig zu, keiner versucht sie zu entschärfen. Wir verfolgen beide Wege bis zur Explosion: die Planung des Attentats bis zur Ausführung und die Reaktion auf das Attentat bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs: Das ist unser Stück.

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Kulturamt der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Besetzung:
Kaiser Wilhelm II/ Franz Ferdinand: Markus Schlüter
Zar Nikolaus/ Gavrilo Princip: Jochen Kruß
Sophie, Graf Berchtold: Natalja Althauser
Graf Harrach/ Tschirschky u.a.: Max Färber
Apis/ Franz Josef/ Poincaré/ Szögyenyi u.a.: Uli Herbertz / Daniel Leers
General Moltke: Florian Wetter
Erzähler: Manuel Kreitmeier

Text: Florian Wetter / Manuel Kreitmeier
Regie / Bühne:
Manuel Kreitmeier
Komposition / Synthesizer: Florian Wetter
Cello / Elektronik:
Hannah Schwegler

Premiere: 07. Oktober, 20.00 Uhr

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Der Prozess

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn eines Morgens steht die Polizei in seiner Wohnung und verhaftet ihn. Weswegen er angeklagt ist, erfährt er nicht. Für K. beginnt ein Irrlauf durch die Labyrinthe von Bürokratie und Justiz. Mit allen Mitteln versucht er, sich gegen die Anklage zur Wehr zu setzen. Doch ist seine Verteidigung nur ohnmächtiges Schattenboxen gegen ein System, gegen das er unmöglich gewinnen kann.

Nach Schuld und Sühne wagen wir uns an eine weitere Romanbearbeitung für die Bühne. Franz Kafkas 1925 veröffentlichter Roman ist ein Meilenstein der Moderne. Wir lassen seine Welt im Theater real werden und nehmen unser Publikum mit auf die Reise durch eines der aufregendsten Spiegelkabinette der Weltliteratur.

Besetzung:
Josef K.: Jochen Kruß
Fräulein Bürstner/ Leni: Chris Meiser
Franz/ Titorelli: Sebastian Ridder
Willem/ Onkel u.a.: Antonio Denscheilmann
Advokat Huld/ Direktor-Stellvertreter: Florian Wetter
Aufseher/ Prügler/ Block u.a.: Uli Winterhager
Frau Grubach: Verena Huber / Gabriele Rissler
Mädchen: Aileen Rohde

Text: Florian Wetter
Regie / Bühne:
Manuel Kreitmeier

Bühnenkonstruktion: Markus Wassmer

Premiere: 16. Dezember, 20.00 Uhr

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Professor Bernhardi

„Nieder mit den Juden! haben sie geschrien.

Eine junge Frau ist nach provisorischer Abtreibung in Professor Bernhardis Privatklinik eingeliefert worden und liegt im Sterben. Kurz vor ihrem Tod gleitet sie in einen Zustand absoluter Euphorie. Ein katholischer Priester taucht ungebeten im Krankenhaus auf und möchte die letzten Sakramente sprechen, doch Bernhardi verweigert ihm den Zutritt zum Wohle der Patientin. Als diese kurz darauf verstirbt, wird der Vorfall zum öffentlichen Eklat. Zu viele Widersacher haben ein Interesse an Bernhardis Sturz. Der jüdische Arzt wird zur Zielscheibe in einer politisch-religiösen Schlammschlacht und droht alles zu verlieren: seine Klinik, seine Zulassung und seine Freiheit.

Wir verwandeln unser Theater in eine Privatklinik und bringen mit unserer bislang größten Besetzung die Lawine ins Rollen. Berufliche Mauscheleien, politische Ränkespiele, religiöse Machtkämpfe und private Intrigenspinnereien: Spannender kann auch die beste Krankenhausserie nicht sein!

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie des Kulturamts der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

„Und so laufen alle zu Höchstleistungen auf – Jeder für sich und gemeinsam im Ensemble. RUNDUM GELUNGEN! (BZ)

Die ganze KRITIK der Badischen Zeitung finden Sie –> Hier

Besetzung:
Professor Bernhardi: Florian Wetter
Dr. Ebenwald : Daniel Leers
Dr. Löwenstein / Hochroitzpointner / Freitag: Jochen Kruß
Dr. Tugendvetter / Dr. Goldenthal: James Foggin 
Dr. Filitz / Landrat Winkler: Uli Winterhager
Dr. Adler: Gabriele Rissler/ Michaela Schüürmann
Dr. Clara Bernhardi / Journalist: Christina Beer
Dr. Cyprian: Antonio Denscheilmann
Dr. Flint : Markus Schlüter
Dr. Wenger: Yazmurad Hajiyev
Pfarrer / Dr. Schreimann: Sebastian Ridder
Schwester Ludmilla / Dr. Pflugfelder: Verena Huber

Regie / Bühne:
Manuel Kreitmeier

Bühnenkonstruktion: Markus Wassmer

Premiere: 24. März 2018, 20.00 Uhr
Dauer: 2.45 Std. inklusive Pause nach dem 3. Akt.

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Trailer „DER BAU“

Trailer zu „DER BAU“ – unserer aktuellen Produktion auf Youtube

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Die Marilyn -Tapes

Happy birthday, Mr. President – happy birthday to you

Marilyn Monroe ist tot! Wahrscheinlich Selbstmord? Leere Tablettendöschen auf dem Tisch, ein tödlicher Mix aus Schlafmitteln in ihrem Blut. Doch warum hätte sie sich umbringen sollen, wo sie doch ihr Leben nach langer Zeit wieder im Griff hatte? War sie doch wildentschlossen, mit all den mächtigen Männern abzurechnen, deren Geliebte sie jahrelang gewesen war. Die Indizien häufen sich: Mord! Die Untersuchung des letzten Abends soll alles beweisen. Es ist 19 Uhr, und die Hauptverdächtigen geben sich die Klinke in die Hand: Der Psychiater Dr. Greenson, der Marilyn mehrmals täglich behandelte und dem wegen der Affäre mit seiner Patientin die Entziehung der Approbation droht. Der Schauspieler Peter Lawford, bester Freund der Monroe, mit dubiosen Kontakten zu Mafia. Und schließlich Senator Bobby Kennedy, dessen Image als Familienvater wegen seiner Liebschaft zu Marilyn im Fadenkreuz steht und der fürchtet, dass all die im Bett ausgeplauderten politischen Geheimnisse an die Öffentlichkeit geraten könnten. Denn damit wären er und sein Bruder, Präsident John F. Kennedy für immer erledigt. – Nur einer hat mitgehört: FBI-Chef J. Edgar Hoover. Er hat die Tonbänder, auf denen die letzte Nacht in Marilyns verwanztem Haus aufgezeichnet ist …

Ein verschwörungstheoretisches Feuerwerk über die Mechanismen von Macht und Showbusiness. Uraufführung mit Live- Musik !

Lesen Sie die begeisterte KRITIK der BZ zur Uraufführung !
Bobby Kennedy: Markus Schlüter
Dr. Ralph Greenson: Florian Wetter
Eunice Murray: Anna Tomicsek
Peter Lawford: Jochen Kruß
Pat Newcomb: Verena Huber
Lee Strasberg: Uli Herbertz

Text/ Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier
Musik: Hannah Schwegler (Komposition/ Cello/ Elektronik)

Premiere am 01. Oktober 2016, um 20.00 Uhr

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Schuld und Sühne

Bin ich eine Laus oder ein Mensch?

Der mittellose Student Raskolnikoff fühlt sich den anderen Menschen weit überlegen. Er glaubt, er habe das Recht einen Mord zu begehen, wenn dieser von höherer Warte gerechtfertigt sei. Mit dem Beil spaltet er den Schädel einer alten Wucherin, die er als unwertes Leben ausgemacht hat. Sein elitäres Ego ist befriedigt, doch das Gewissen schlägt zurück. Er fällt in einen Fieberwahn und als er wieder zu Bewusstsein kommt, plagt ihn ein drängendes Gefühl der Schuld, das in einen Widerstreit mit seinem Intellekt tritt. Er findet Halt bei der Prosituierten Sonja, doch das schlechte Gewissen kommt in Person des Kommissars Porfyrij über seine Türschwelle. Noch hat der Kommissar keine Beweise, aber er kann warten …
Der Glaube, Herr über Leben und Tod zu sein, ist in unserer Zeit wieder erschreckend in Mode gekommen. Dostojewski behandelt auf archetypische Weise den Urgrund terroristischen Denkens, das sich selbst als auserwählt ansieht. Ein zutiefst humanistischer Stoff, der uns die Schuppen von den Augen nimmt.
Wir zeigen Dostojewksis Jahrhundertroman in einer neuen Dramatisierung, bei der sich die Zuschauer in der Blackbox von Raskolnikoffs Psyche wiederfinden.

Nach Fjodor Michailowitsch Dostojewski.
Ein Stück von Florian Wetter.

–> Die KRITIK der Badischen Zeitung finden Sie HIER

–> Die KRITIK auf StadtBesten finden Sie HIER

Besetzung:

Raskolnikoff: Jochen Kruß
Marmeladow/ Porfyrij: Markus Schlüter
Pfandleiherin/ Sonja: Anna Tomicsek/ Christina Beer
Rasumichin/ Nikolai: Sebastian Ridder
Luschin/ Wirt: Daniel Leers/ Antonio Denscheilmann
Dunja/ Lisaweta: Chris Meiser
Mutter/ Katarina Iwanowna: Gabriele Rissler/ Verena Huber
Swidrigailow: Florian Wetter

Konzeption & Text: Florian Wetter
Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Premiere: 03. Dezember 2016

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Der Bau

„Wir sind fünf Freunde. Wir sind einmal hintereinander aus einem Haus gekommen. Seitdem leben wir zusammen. Es wäre ein friedliches Leben, wenn sich nicht immerfort ein Sechster einmischen würde. Er tut uns nichts, aber er ist uns lästig. Wir kennen ihn nicht und wollen ihn nicht bei uns aufnehmen.

Das Tier hat sich einen famosen Bau unter der Erde geschaffen. Eine labyrinthische Welt, in der alles aufs Trefflichste eingerichtet ist, reich ausgestattet mit kostbaren Vorräten und Schätzen. Hier kann das Tier sein, allein, ungestört und friedlich. Doch der Eingang ist ungeschützt und es gibt keine Verteidigungsanlagen – eine grobe Nachlässigkeit. Jetzt hört das Tier Geräusche von außen. Ein anderes Tier? Ob es friedlich ist? Oder will es etwa den Bau erobern und plündern ? Das Tier holt zum Gegenangriff aus…

Wir erzählen die Geschichte vom Fremden und warum wir Angst davor haben. Dafür borgen wir uns die Stimme des Meisters der Verfolgungsangst, Franz Kafka. Seine unvollendete Erzählung Der Bau steht im Zentrum unseres Abends der Labyrinthe, Wiedergänger, Verfolger und Gejagten. Kombiniert mit unbekannten Texten aus dem Nachlass des Autors entfesseln wir mit Live-Musik und magischen Bildern eine Revue kafkaesker Paranoia und skurriler Komik…

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie des Kulturamts der Stadt Freiburg im Rahmen der Institutionsförderung und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Die Fotos zur Produktion stammen von Nobert Steinhöfel und Manuel Kreitmeier

Sehen Sie hier den TRAILER  zu „DER BAU“

Immer Freitags findet nach der Vorstellung ein Publikumsgespräch mit dem Ensemble statt. Dazu sind Sie herzlich eingeladen. 

Besetzung:
Josef K: Markus Schlüter
Der Dachs: Jochen Kruß
Fräulein 1: Chris Meiser
Fräulein 2: Christina Beer
Die Katze: Hannah Schwegler

Konzeption/ Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

Musik:
Hannah Schwegler (Sound, Cello, Elektronik)
Florian Wetter (Komposition: Three Interludes for Cello Solo)

Assistenz: Paul Stümpke
Bühnenkonstruktion: Markus Wassmer

Premiere: 11. März, 20 Uhr

Weitere Aufführungen:

16./17./18./23./24./25./30./31. März
01./06./07./08./20./21./22./27./28./29. April, jeweils 20 Uhr

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Archiv

Hamlet

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.“

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Frisch aus dem Ausland zurück, findet Prinz Hamlet eine völlig neue Familiensituation vor: König und Vater sind tot. Einen neuen hat ihm die Mutter bereits auf den Gabentisch gelegt. Doch des nachts macht ein Geist die Zinnen der Burgmauern unsicher: Rache ist der Schwur, den der Ermordete dem labilen Sohn auf die Seele schwätzt. Hamlet schwört und beginnt einen Amoklauf in den Mauern der eigenen Psyche …

Die Immoralisten sind bekannt für ihre eigenwilligen Raumkonzepte. „HAMLET“ bildet dabei keine Ausnahme: Das Bühnenbild, eine riesige Festtafel, an der Schauspieler und Zuschauer nebeneinander sitzen, wird zum Tatort eines der größten Kriminalstücke der Weltliteratur. Spannung garantiert!

Besetzung:

Hamlet: Markus Schlüter
Claudius/ Der Geist von Hamlets Vater: Florian Wetter
Gertrude, seine Frau: Uli Herbertz
Horatio, Hamlets Freund/ Rosenkranz: Chris Meiser
Polonius, Oberkämmerer: Uli Winterhager
Ophelia, seine Tochter: Christina Beer
Laertes, ihr Bruder/ Güldenstern: Jochen Kruß

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

Die Fotos zur Produktion stammen von Frank Müller/tisento.de

Wiederaufnahme im Mai 2017

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Magazin

Spielzeit 2016/17

Das Motto: GRENZÜBERSCHREITUNG

WILLKOMMEN!

Bis hierher und nicht weiter! Hier ist die Grenze! Und automatisch wollen Sie herüber? Wir auch. Denn wenn wir drüben sind, verstehen wir vielleicht, warum die Grenze dort ist, wo sie ist, warum wir sie ziehen mussten oder wollten. Warum wir vielleicht hoffen, dass dort keine mehr ist – oder eine für immer: Grenzüberschreitung ist das Motto unserer neuen Spielzeit!

An den territorialen Grenzen zweier Nachbarländer bleibt Ödön von Horváths junger Held hängen. Aus dem einen Staat wurde er ausgewiesen, in den anderen kommt er nicht mehr hinein. Über die Brücke im Niemandsland läuft er HIN UND HER, rastlos auf der Suche nach einer Heimat, die nicht ohne Hoffnung bleibt. Denn es ist Sommer, und im Sommer ist der Humor gerne Sieger.

Marilyn Monroe sehnt sich danach, die engen Grenzen ihres Images zu verschieben! Bis in alle Ewigkeit das dumme Blondchen zu geben – die stumme Geliebte großer Männer wie der Kennedy-Brüder zu sein – hat sie satt. Sie möchte eine Hauptrolle auf der ganz großen Bühne. Doch sie geht zu weit. Selbstmord? Mord!? Die verschollenen Tonbänder ihrer letzten Nacht – DIE MARILYN TAPES – werden zur Legende.

Zur eigenen Grenze wird der Student Raskolnikow aus Dostojewskis Jahrhundertroman SCHULD UND SÜHNE, der sich selbst zum Richter über Leben und Tod erhebt. Mit der Axt löscht er das seiner Meinung nach unwerte Leben einer alten Wucherin aus. Die eigene Hybris ist befriedigt, doch sein Gewissen rebelliert und holt zum Gegenschlag aus.

DER BAU eines wundersamen Tieres aus einer unvollendeten Kafka-Erzählung, ist ein labyrinthisches Meisterwerk unter der Erde. Alles ist perfekt eingerichtet, reich befüllt mit Vorräten. Doch die Grenzen sind nur schwach gesichert und eine unbekannte Bedrohung kommt immer näher.

Keine Grenzen kennt der Hass von HAMLET auf seine Mutter und deren neuen Ehemann. Wir nehmen unsere hoch gelobte Inszenierung dieses Klassikers wieder auf, bei dem die Zuschauer zusammen mit den Schauspielern an einer riesigen Festtafel sitzen.

Eine wahrhaft immoralistische Spielzeit, deren Themen unserem Jetzt auf den Nägeln brennen – wir freuen uns auf Sie!

Ihr,
Florian Wetter & Manuel Kreitmeier

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Magazin

Lulu

Sie ward geschaffen, Unheil anzustiften, zu locken, zu verführen, zu vergiften – und zu morden – ohne daß es einer spürt.

Lulu ist ein Abgrund. Sie weckt in allen eine unstillbare Begierde. Sie selbst ist blank – eine Frau, die jeder besitzen will ohne zu ahnen, dass der Einsatz das eigene Leben ist. Als Gemahlin des Medizinalrats Dr. Goll sitzt sie einem Maler Portrait, der ihr verfällt und mit ihr eine Affäre beginnt. Der Schock über den Seitensprung trifft Dr. Goll buchstäblich ins Herz. Er stirbt und Lulu zieht zum nächsten Wirt, dem Chefredakteur Dr. Schön. Aus Verzweiflung darüber, nimmt sich der Maler das Leben. Lulu heiratet Dr. Schön, doch Lulu lebt für die Gegenwart und zur Gegenwart wird Dr. Schöns Sohn Alwa, mit dem sie über die Grenzen flieht. Weiter, immer weiter der Dunkelheit entgegen, bis sie auf ihren letzten Liebhaber trifft: Jack the Ripper …

Einen gewaltigen Bilderbogen über die Rastlosigkeit sexueller Begierde hat Frank Wedekind erschaffen. Seine Lulu ist die tabulose Frau ohne Eigenschaften – eine Leinwand, auf der sich die Projektionen der Liebhaberinnen und Liebhaber wie monströse Fratzen überreal projizieren. Nicht die Frau ist die Wurzel der Sünde – es sind diejenigen, die sie dazu machten.

Besetzung:
Lulu: Chris Meiser
Der Maler: Daniel Leers 
Der Professor: Uli Winterhager
Dr. Schön: Markus Schlüter
Alwa: Jochen Kruß
Der Kraftmensch: Antonio Denscheilmann
Gräfin Geschwitz: Anna Tomcsek
Schigolch: Florian Wetter

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

Musik:
Florian Wetter (Komposition / Piano / Synthesizer)

 

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Künstlerische Leitung/ Regie

geboren 1979. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg und Freiburg. Gründung des Theaterensembles Die Immoralisten im Jahr 2001.

Seitdem rund 50 Inszenierungen als Theaterregisseur.

Darüber hinaus journalistische Tätigkeit für diverse deutsche Kulturmagazine.

Seit 2010 gemeinsam mit Florian Wetter Geschäftsführer, künstlerischer Leiter und Regisseur des Theaters der Immoralisten in Freiburg.

Arbeiten als Hörspielregisseur.

Autor folgender Theaterstücke:

  • Axt im Kopf (2011)
  • Hannelore (2013)
  • Stammheim (2014)
  • Aggropolis (2015)

Fotograf. Austellung „Ghost City“ im Theater der Immoralisten (2015/16)

Schauspieltrainer und Coach in diversen „Train the Trainer“- Programmen.

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Künstlerische Leitung / Musik

Theatercaptain, Musiker & Darsteller.

Jahrgang 1980, geboren in Landsberg am Lech, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Lindau am Bodensee. Erste Band mit zwölf, erste Bühnenmusik mit vierzehn zur Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ für die Schauspiel-AG seiner Schule. Brennt von da an fürs Theater, doch bleibt immer der Musik treu, die neben der Liebe zur Sprache seine Wurzel ist. Daneben gibt er Seminare für Klassische und Neue Musik und schreibt zunächst für das Feuilleton des „Südkurier“ und der „Schwäbischen Zeitung“, später auch für die „Stuttgarter Zeitung“ und das Onlineforum „Klassik.com“.

Nach dem Abitur nach Freiburg – Experimente mit Chinesisch und Philosophie an der Universität, während er sich aufs Musikstudium vorbereitet. Unerwartetes Bühnendebut als Schauspieler bei den frisch gegründeten „Immoralisten“ seines Freundes Manuel Kreitmeier und seitdem nicht mehr von den Brettern der Welt zu bekommen. Musikstudium an der Musikhochschule (Hauptfach Klavier & Musiktheorie), dann später auch Anglistik an der Universität Freiburg.

Parallel immer weiter mit Theatermachen, Hörspiel kommt dazu – ihn reizt die Verbindung von Musik und Theater auf rein akustischer Ebene. Schreibt und produziert einige Arbeiten für sein Label „Bagheera“, wendet sich aber nach dem Studium vollends dem Theater zu.

Nach einem Jahr der Wanderschaft mit den „Immoralisten“ gründet er mit Kreitmeier eine eigene Spielstätte und gibt damit seinem Ensemble ein festes zu Hause.

Seitdem spielt, produziert und komponiert er für sein Haus und verwaltet dessen unternehmerische Angelegenheiten.

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Nichts als die Wahrheit?

Nichts als die Wahrheit?

Der Prozess in Stammheim war von Anfang an eine Farce. Die BRD hatte keinerlei Erfahrung mit politischen Prozessen und fuhr schwerstes Geschütz auf gegen die sogenannten Staatsfeine. Gesetze wurden erlassen oder geändert, um den Terroristen legal das Handwerk legen zu können. Maßgebliche Vertrauensanwälte der Angeklagten wurden kurz vor Prozessbeginn ausgeschlossen und durch sogenannte „Zwangsverteidiger“ (RAF Vokabular) ersetzt. Gespräche mit den verbliebenen Vertrauensanwälten wurden systematisch abgehört, Akten kontrolliert und jegliche Rechtsstaatlichkeit verlassen. Der Staat befürchtete, die Anwälte mißbrauchten ihre Stellung um den Angeklagten als Kuriere mit den in Freiheit befindlichen Kampfgefährten zu dienen. Eine ordentliche Prozessführung war vom ersten Verhandlungstag an unmöglich. Ordnungsstrafen, Geschrei und Auschlüsse wechselten sich ab. Der Staat war taub für weltanschauliche Argumente bezüglich des bewaffneten Kampfes der Terroristen, die RAF ihrerseits stellte intern klar „Wir haben an dieser Veranstaltung überhaupt nur Interesse, wenn wir sie umdrehen können“ (Andreas Baader). Letzten Endes wurde noch ein Gesetz erlassen, das die Fortführung des Prozesses auch ohne die Angeklagten möglich machte. Ein Drahtseilakt der Rechtsstaatlichkeit.

Die Öffentlichkeit war aufgebracht und politisiert. Die radikalen Hungerstreiks der Gefangenen im Vorfeld des Prozesses – der fünfte Angeklagte Holger Meins starb noch vor Prozessbeginn an Unterernährung, Horrormeldungen über die Haftbedingungen der politischen Gefangenen– Ulrike Meinhof saß 9 Monate vor ihrer Verlegung nach Stammheim in Isolationshaft im von ihr sogenannten „Toten Trakt“ der JVA Köln – und der Besuch von Jean- Paul Sartre bei Andreas Baader und dessen anschließender Bericht über die unmenschlich kahlen Zellen in Stammheim,  sorgten für Aufregung. Sartre allerdings sah überhaupt nicht die Haftzellen, sondern lediglich die Besucherzelle. Intern nämlich ging es den Gefangenen besser denn je. Der Staat wollte alle Möglichkeiten der RAF Propaganda bezüglich einer Fortführung von NS- Schauprozessen unterbinden und genehmigte unzählige Sonderhaftbedingungen in Stammheim. Zu der erhofften ernsthaften Zusammenarbeit der Gefangnen im Prozess kam es dennoch nicht. Die RAF Spitze nutze die Anklagebank von vornherein als Propaganda- und Kampfinstrument zur Mythologisierung der eigenen Biografie, vor allem aber zur Rekrutierung neuer Mitkämpfer. Wesentliche Protagonisten der zweiten und dritten RAF Generation haben sich letztlich durch den Prozess in Stammheim für ihren Weg in den Untergrund entschieden. Die Strategie der Angeklagten war somit einfach und radikal: Sie kalkulierte von Anfang an den eigenen Tod sowie den Tod anderer bewußt mit ein: „Die Waffe Mensch“.

Als Autor hat man es schwer mit solch einem Thema. Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: Der Versuch einer genauen Dokumentation des historischen Ereignisses, oder die Entscheidung für eine spezifische Atmosphäre, eine Erfahrbarmachung – trotz beziehungsweise dank aller Weglassung. Und so bleibt nach wie vor der beste Darsteller einer historischen Person nicht Bruno Ganz, sondern Charlie Chaplin. Nur in der weitest möglichen Abstraktion und Verfremdung kommt man dem historischen Gegenstand näher. Dies wusste schon Brecht. Sein Galileo Galilei ist nicht historisierendes Abziehbild, sondern Ideenträger. Genauso ging es uns bei Stammheim.

Einem solch unglaublichen Konvolut an Anträgen, Akten und juristischen Spitzfindigkeiten ist mit Mitteln des Theater dokumentarisch nicht beizukommen. Der Blick ins Gesicht solch monströser – weil überinterpretierter, eigentlich unfassbarer und allen Analysen und Mutmaßungen zum Trotz verzerrter Figuren, wie den Terroristen der ersten RAF Generation, bleibt uns verwehrt. Keiner weiß oder kann wissen, was tatsächlich in einer Frau wie Ulrike Meinhof während der Monate im Untergrund, im Guerillacamp in Jordanien, beim Zurücklassen ihrer geliebten Kinder oder nach Jahren der Isolationshaft vorgegangen ist. Letzten Endes ist dies für den Theatermacher aber auch nicht entscheidend. Die Terroristen in Stammheim sind Ideenträger, nicht historisch exakte Personen.

Ähnlich ist es mit dem Aufbau des Stückes selbst: Alle Texte, alle Vorkommnisse des Stückes sind durch Zeugenaussagen, Prozessmitschriften und O- Töne belegt. Dennoch erhebt das Stück keinerlei Anspruch auf Wahrhaftigkeit. Sicherlich werden viele wichtige Ereignisse während der Zeit des Prozesses in Stuttgart angesprochen – der Ausschluss der Verteidiger, die Abhöraffäre, die schwierigen Haftbedingungen der Gefangenen, der Besuch von Jean- Paul Sartre und doch sind alle Szenen fragmentiert, laufen viel mehr auf der Bild und Musik – als der Textebene. Vermitteln also eher den Eindruck von Momentaufnahmen, denn einer echten Chronologie. Es ist am Zuschauer selbst, Zusammenhänge zu knüpfen, Leerstellen auszufüllen.

Wir können nicht zeigen, was in Stammheim abgelaufen ist. Wir können nur zeigen, wie Konflikte entstehen und wie Handlungen zu Gegenhandlungen führen: Aktionen zu Reaktionen, Worte zu Taten, Morde zu Staatsräson, Staatsräson zu Protest, Widerstand zu Mord. Wir können zeigen, wie Ungerechtigkeit aus dem Kampf für Gerechtigkeit auf beiden Seiten – der des Staates und der der RAF – zustande kam, wie die stärkste Kette irgendwann an ihrer schwächsten Stelle brechen muss, wie letzten Endes Extremismus und Machtausübung immer menschenverachtend sind, weil Faschismus etwas ist, das jeder politischen Ideologie, wenn sie das Individuum unterdrückt, wenn sie die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit verlässt, innenwohnt.

Dies ist also kein politisches Stück, dies ist ein Versuch über Menschlichkeit.

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Archiv

Aggropolis

„Du willst meine Wutsoße nicht in Deinem Teller!“

Wir verstehen die Welt nicht mehr: Dschihad, Pegida, Amok, Anschläge, Krisen – immer grotesker werden die Nachrichten, die beim Abendessen über den Bildschirme flimmern. Wie kommen wir damit klar, dass unsere heile Wohlstandswelt wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen droht?

Dieser Frage gehen die IMMORALISTEN in ihrer neuen Eigenproduktion „AGGROPOLIS“ auf den Grund: Eine Muslimin, ein Manager, ein Computer- Nerd und ein Nazi tragen darin den Konflikt aus, der in uns allen schlummert. Die Wut und Erklärungsnot über Zustände, die uns langsam über den Kopf zu wachsen drohen. Im Internet wird diese Wut am offensichtlichsten.

Und so haben die Macher der IMMORALISTEN nach dem fulminanten Erfolg von „STAMMHEIM“  jetzt Texte aus Internetforen und Blogs zusammengetragen, die von einer wachsenden Radikalisierung der Gesellschaft erzählen. Herausgekommen ist ein brandaktuelles Performancestück, dass Satire und Actiontheater aufeinanderprallen lässt.

Eine geballte Ladung Sprengstoff mit einem hohen Schuss Unterhaltungswert. Brisanter kann Theater nicht sein!

Die Rezension der Badischen Zeitung finden Sie –> Hier

Beitrag von Radio Dreyeckland mit vielen Ausschnitten aus dem Stück finden Sie  –> Hier

Besetzung:
A: Markus Schlüter
B: Natalja Althauser
C: Uwe Gilot
D: Jochen Kruß
Der gewesene Affe: Uli Herbertz
Die dressierte Schimpansin : Verena Huber

Musik:
Florian Wetter (Komposition/ Synthesizer) & Hannah Schwegler (Cello)

Text/ Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

ab 1. Oktober 2015

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TRAILER Stammheim

Trailer zum Stück

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Eine unfertige Frau

„Fangt uns die Füchse. Die kleinen Füchse. Sie verwüsten die Weinberge, die blühenden Reben“

Dieses Zitat aus dem Hohelied des Salomon stellt die amerikanische Autorin Lillian Hellman ihrem Stück „Die kleinen Füchse“ als Motto voran. Hellman, überzeugte Marxistin, bezieht sich damit auf die Vorstellung, dass die Deformationen des kapitalistischen Gesellschaftssystems nicht allein bei den Großkonzernen und Banken zu finden sind, sondern die Zellen jedes Individuums befallen können. Die Gier – vorherrschendes Prinzip des Kapitalismus – greift im Stück und in der Gesellschaft wie ein Virus um sich: Die vielen kleinen Füchse sind es, die laut Hellman das Land zerstören. Die Autorin vertrat lebenslang die Überzeugung, dass in einem Land, das auf Gier, Profit und Ausbeutung ausgerichtet ist, der Humanismus verdorren muss, die Menschen zu wilden Tieren werden. Die glorreiche Vergangenheit der USA sieht Hellman dabei ebenso kritisch, weil nostalgisch realitätsfern, wie die Machenschaften der Frühkapitalisten. In ihrer scharfen Analyse zeigt sie, dass aus Schlimmem niemals Gutes wachsen kann. Auch die Träume der Familie Hubbard im Stück sind nur in deren Vorstellung rosarot. Sehr bald wird die Kehrseite des Traums von Glück und Wohlstand deutlich: Raffgier, Egoismus und Entfremdung. Das monsterhafte Gesicht auf dem Bild Willem de Koonings im Hintergrund unserer Bühne zeigt von Anfang an, wohin der Persönlichkeitswandel der Hauptfigur führen wird: Dorian Grays ewige Jugend hat ihren Preis: Statt seiner altert ein Gemälde und wird zum Sinnbild der schrecklichen Fratze seiner eigentlichen Persönlichkeit.

1939 wurden „Die kleinen Füchse“ geschrieben. Ein Jahr lang blieb das Stück am Broadway ein Riesenerfolg. Bette Davis konnte in der Verfilmung von William Wyler 1942 einen der Höhepunkte ihrer Filmlaufbahn verzeichnen. Neun Oscarnominierungen gab es für den Streifen. Nur in dieser Dekade der USA kann man sich solch ein linkes, amerikakritisches Stück überhaupt auf den Spielplänen des Landes vorstellen. Wenige Jahre später wurden linke Ideen sofort als sowjetische Infiltration wahrgenommen, Hellman selbst Opfer der Säuberungsaktionen gegen Linksintellektuelle und Kommunisten in den USA. Senator McCarthy und die Rechtskonservativen hatten den „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ gegründet vor dem neben Bertold Brecht und Thomas Mann, unzählige Intellektuelle, sowie auch Hellman und ihr Lebensgefährte Dashiell Hammett aussagen mussten. Berufsverbot und schwarze Listen waren die Folge.

Hellmans Karriere in Hollywood war damit zu Ende. Fortan betätigte sich die Autorin hauptsächlich als eine der streitbarsten Frauen der USA und erreichte mit ihrer dreibändigen Autobiografie „Eine unfertige Frau“ ein Millionenpublikum. Doch auch kritische Stimmen wurden laut: Große Teile ihrer Autobiografie seien erlogen, beziehungsweise die Memoiren von jemand anderem, maßgebliche Teile ihres Werkes von Dashiell Hammett verfasst. Einer der größten Schlammschlachten der Fernsehgeschichte entbrannte 1979 in der Dick Cavett Show, als Mary McCarthy – die andere einflussreiche Linksintellektuellen des Landes – befragt nach den am meisten überschätzten Autoren Hellman nannte und den berühmten Ausspruch tat: „Jedes Wort, dass Hellman geschrieben hat, inklusive „the“ und „and“, ist eine Lüge“. Hellman verklagte McCarthy daraufhin und die beiden Frauen zogen durch jahrelange Verleumdungsprozesse, durch die der gute Ruf der Autorin nachhaltig beschädigt wurde. Heute wird sie kaum mehr gespielt, was angesichts der unbestreitbaren Qualität und Aktualität ihrer Werke ein Jammer ist.

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Magazin

Coaching

Die Leiter des Theaters, Manuel Kreitmeier und Florian Wetter, bieten über ihre künstlerische Tätigkeit hinaus erfolgreich erprobte Coaching – und Schauspielprogramme an. Besonders im Bereich „Train the Trainer“ werden regelmäßig Workshops für Menschen in Führungspositionen abgehalten.

Es können Einzelkurse und individuelle Coachings gebucht werden.

Kompetenz besteht in den Bereichen:

  • Vorbereitung für angehende SchauspielerInnen zur Aufnahmeprüfung an Schauspielschulen
  • Individuelle Stimm- und Körperarbeit für SchauspielerInnen und Amateure
  • Sicheres Auftreten, freies Sprechen, überzeugende Autorität
  • „Train the Trainer“- Programme

Kontakt unter: manuel.kreitmeier@immoralisten.de

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Archiv Premieren

Julius Cäsar

„Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann, das sind sie alle, alle ehrenwert …“

Eine Verschwörung geht um in Rom. Angezettelt hat sie Senator Cassius, dessen brennender Neid nicht ertragen kann, den Rücken unter Cäsars Herrschaft zu beugen. Dieser hat sich zum Tyrannen aufgeschwungen und die Republik in eine Diktatur verwandelt. Mit eiskaltem Kalkül stiftet Cassius den integren Biedermann Brutus und die anderen einstigen Weggefährten zum Komplott an. Im Senat ermorden sie Cäsar und stellen sich dem Volk. Doch der allgemeine Enthusiasmus über die Befreiung kippt: Cäsars Intimfreund Mark Anton schwört auf Rache und eröffnet mit einer legendären Rede die Jagd auf Brutus und Cassius.
Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen in unserer Version von Shakespeares dunkelstem Theaterstück zu einem Politthriller über eine Republik, die längst abgewirtschaftet hat.

KRITIK von Bettina Schulte in der BZ zur Premiere von „Julius Cäsar“

Besetzung:

Uli Winterhager, Markus Schlüter, Florian Wetter, Uwe Gilot, Jochen Kruß, Antonio Denscheilmann, Anna Tomicsek, Gabriele Rissler & Erika Hotzen

Musik:
Hannah Schwegler (Komposition & Cello)

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

ab 5. Dezember 2015

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Archiv Premieren

Die kleinen Füchse

„Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse! Sie verwüsten die Weinberge, die blühenden Reben.“

Regina Giddens ist als Erbin leer ausgegangen. Ihre Brüder Oscar und Ben haben alles vom Vater bekommen und wollen jetzt in eine Baumwollfabrik investieren. Ein Geschäftspartner ist schnell gefunden, allerdings fehlt noch ein erheblicher Teil der Kapitaleinlage. Den soll Regina von ihrem Mann, dem herzkranken Banker Horace, beschaffen und so ihr Drittel an der Unternehmung erhalten. Regina verachtet ihren Mann für seine Schwäche und sich selbst für ihre Abhängigkeit von ihm und ihren Brüdern. Sie will nicht länger auf die Gunst der Männer angewiesen sein und ersinnt einen Plan, es allen heimzuzahlen. Schnell wird klar: Für ihr Stück vom Kuchen ist Regina bereit, über Leichen zu gehen.
Lillian Hellman ist eine der schillerndsten Persönlichkeit der amerikanischen Literaturgeschichte im 20. Jahrhundert. Ihre Analyse über den Preis, den eine Frau zu zahlen hat, um in der Gesellschaft zu reüssieren und sich über familiäre und gesellschaftliche Zwänge hinwegzusetzen, ist messerscharf. Die Verfilmung mit Bette Davis wurde 1941 neunfach für den Oscar nominiert.

Begeisterte KRITIK von Bettina Schulte in der BZ zum Stück

Besetzung:
Addie: Erika Hotzen
Birdie Hubbard: Verena Huber
Oscar Hubbard: Markus Schlüter
Leo Hubbard: Jochen Kruß
Regina Giddens: Anna Tomicsek
William Marshall: Daniel Leers
Benjamin Hubbard: Florian Wetter
Alexandra Giddens (Sandra): Christina Beer
Horace Giddens: Daniel Leers

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

Deutsch von Bernd Samland. Die Rechte liegen bei Jussenhoven & Fischer, Theater & Medien.

ab 03. März 2016

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Magazin

Dichter der emotionalen Revolution

Der spanische Dichter Federico García Lorca war ein Allroundtalent: Musiker, Maler, Lyriker und der sicherlich bedeutendste Dramatiker seines Landes im 20. Jahrhundert. „Bernarda Albas Haus“ ist sein letztes vollständiges Stück – im Jahr seiner Ermordung durch die Faschisten vollendet – und der letzte Teil einer Trilogie von Dramen über die repressiven Strukturen im dörflichen Leben Andalusiens. Als fotografisches Dokument (so ist das Sück bewusst untertitelt) will der Dichter sein Werk verstanden wissen. Und auf den ersten Blick ist es genau das: Die akribische Beschreibung einer matriarchalischen Diktatur im erzkatholischen Spanien der 30er Jahre. Doch Lorcas „fotografischer Realismus“ geht weiter, durchdringt wie Röntgenstrahlen die reine Oberfläche und bildet neben äußeren Geschehnissen vor allem psychische Zustände und emotionale Zwischenwelten ab. Er zeigt, wie sich Diktaturen nicht nur der äußeren Unterdrückung von Freiheiten, sondern der daraus resultierenden psychischen Degeneration schuldig machen. Wie Opfer wiederum selbst zu Tätern werden – jeder der drei Akte endet mit einem Gewaltexzess – weil Gewalt sich fortpflanzt, unterdrückte Emotionen zu Aggressionen werden. Hierarchien ziehen sich bis ganz nach unten durch. Die Unterdrückten werden selbst zu Unterdrückern, die Gefolterten zu Folterern. Dies lässt sich in allen Mikrokosmen beobachten, in denen Menschen andere Menschen beherrschen, demütigen und sie ihrer physischen und psychischen Selbstverantwortlichkeit berauben.

Bernarda Albas Haus“ gab und gibt es dutzendfach auf dieser Welt: Es steht im Spanien Francos ebenso wie im Deutschland Hitlers, in der islamischen Welt wie im amerikanischen Süden oder im Russland Putins. Lorca war zuvorderst ein politischer Dichter, ein linker Freiheitskämpfer, aber auch ein schwuler Mann. Als letzterer oblag er selbst der jahrzehntelangen Unterdrückung durch seine eigene Familie. Lange Zeit wurde ein Mantel des Schweigens über diese Seite seiner Persönlichkeit gebreitet. Systematisch Briefe verbrannt – das Werk bewusst umgedeutet. Dass „Bernarda Albas Haus“ neben der offensichtlichen Lesart als Parabel über jede Form der Diktatur auch eine andere, geheimere Lesart zulässt ist kaum erstaunlich, kennt man andere Werke des Dichters. Ähnlich wie sein amerikanischer Dichterkollege Tennessee Williams schreibt Lorca über starke Frauenfiguren, die ihm Identifikation und Sprachrohr für homoerotische Sehnsüchte sind. So ist nicht nur „Bluthochzeit“ – das zweite Stück aus Lorcas „Trilogía de tragedias rurales“, sondern auch die „Sonette der dunklen Liebe“ durchdrungen von chiffrierten Bilderwelten dieser Leidenschaft.

Uns war es ein Anliegen Lorcas großartigen Text so authentisch wie möglich auf die Bühne zu bringen: Florian Wetters Neuübersetzung versucht, die krude Bilderwelt des spanischen Originals erfahrbarer als die vorigen Übersetzungen zu machen. Wir haben ebenfalls bewusst auf eine modernisierte Regietheateridee verzichtet, bringen das Drama also ganz nah am Text auf die Bühne und wollen dennoch 80 Jahre nach seiner Entstehung eine Weiterdeutung, eine Emanzipation der emotionalen Seite dieses Textes versuchen: Das Objekt der Begierde aller Frauen in „Bernarda Albas Haus“ – jener „Übermann“ Pepe el Romano tritt im Drama selbst nie auf. Er ist es, dem alle verfallen sind, von dem sie sich nicht losreißen können, der am Ende „als Löwe über dieses Haus herrscht“. Doch ist Pepe el Romano nicht vielleicht nur die andere, nicht gelebte Seite der eigenen Persönlichkeit? Ist die Vereinigung mit ihm vielleicht nur die Emanzipation der eigenen Gefühle aus Bevormundung und Ausgrenzung? Kommt mit ihm zum weiblichen das männliche Prinzip hinzu? Wird Pepe – diese Verkörperung alles Männlichen – wiederum durch die Vereinigung mit der weiblichen Seite zu einem anderen Mann? Die Ichfindung, die Geburt des eigenen Fühlens aus den Fesseln der Konformität ist ein wesentliches Thema des Dramas und ihm kommt entscheidende Bedeutung zu in Zeiten, in denen Frauenrechte im Nahen Osten in weiter Ferne sind, in denen Transsexuelle in Russland den Führerschein abgeben müssen, schwule Menschen in Afrika auf Todeslisten gesetzt werden. Lasst uns Federico García Lorca als Dichter der emotionalen Revolution wiederentdecken!

(Manuel Kreitmeier)

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Magazin

Freundeskreis

Junges Theater braucht starke Freunde !

Stärken Sie mit Ihrem Engagement unserem Theater den Rücken für seine Arbeit!

Mit einem Jahresbeitrag ab € 65,- werden Sie Mitglied im Freundeskreis und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Zunkunft unseres Hauses. Wir danken Ihnen mit € 2,- Ermäßigung auf die Tickets, allen wichtigen Infos per Newsletter, sowie auf Wunsch exklusive Platzreservierungen für jede Vorstellung.

Ihr Beitrag ist natürlich von der Steuer als Spende absetzbar!

Die Mitgliedschaft beginnt zum Monatsersten nach Eingang des Antrags und läuft dann für ein Jahr. Sie verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr und ist jederzeit schriftlich kündbar.

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Archiv Feature Premieren

Stammheim

„Das Messer im Rücken der RAF, bist Du !“

Unter hohen Sicherheitsauflagen sitzen die Rädelsführer der RAF – Meinhof, Baader, Ensslin und Raspe – im Stuttgarter Gefängnis Stammheim in Haft. Ihnen wird der Prozess wegen vierfachen Mords und versuchten Mords in 54 Fällen aufgrund ihrer terroristischen Umtriebe gemacht. Der Prozess gerät zur Farce, denn die Angeklagten nutzen jede Möglichkeit, die Richter zu provozieren und werden unablässig des Saales verwiesen. Auch innerhalb der Gruppe spitzt sich die Lage zu: Vermehrt isolieren die anderen Ulrike Meinhof, demütigen, mobben und misshandeln sie. Meinhof scheint während des Prozesses immer wieder zu signalisieren, sie sei bereit auszusteigen, wenn man ihr nur die Möglichkeit böte. Doch die Justiz bleibt taub und die Schlinge zieht sich immer fester um ihren Hals.

Hochbrisantes Dokudrama über die RAF und einen den spektakulärsten Strafprozesse der Nachkriegsgeschichte. Mit Live- Musik !

„Überaus intensiv“ (Badische Zeitung)

Trailer zum Stück

Radiobeitrag zum Stück auf Radio Dreyeckland

Gefördert durch den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie des Kulturamts der Stadt Freiburg im Rahmen der Konzeptionsförderung und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Besetzung:
Meinhof: Anna Tomicsek
Baader: Jochen Kruß
Ensslin: Chris Meiser
Raspe: Markus Schlüter
Stimme des Staates: Florian Wetter
Wärter: Uli Winterhager

Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier
Musik Komposition & Synthesizer
: Florian Wetter

Wiederaufnahme am 2.Juni 2016

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Archiv

Geschichten aus dem Wiener Wald

„Du wirst meiner Liebe nicht entgehen!“

Ödön von Horváths Meisterwerk ist der dritte und letzte Teil unseres geförderten Projekts „Pulverfass: Weimar“ über das Theater der 20er Jahre.

Eine bitterböse Liebesgeschichte am Vorabend des Dritten Reichs: Marianne, Tochter des „Zauberkönigs“ – Inhaber eines Spielzeugladens, ist mit dem Fleischergesellen Oskar liiert. Bei einem Sonntagsausflug in den Wienerwald lässt sie sich dennoch auf eine Affäre mit dem Lebemann Alfred ein, der sich mit Pferdewetten durchschlägt und von der älteren Valerie aushalten lässt. Marianne bekommt ein Kind von ihm, doch das Glück ist von kurzer Dauer…

Außerdem mit von der Partie: Ein blutwurstgeiler Metzger, ein Nazistudent, der Hierlinger Ferdinand und sein Kabriolett, eine reiche Baronin, Alfreds Großmutter aus der Wachau und eine Klavierschülerin, die die ganze Zeit Johann Strauß Walzer „Geschichten aus dem Wienerwald“ klimpert.

Gefördert durch den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie des Kulturamts der Stadt Freiburg im Rahmen der Konzeptionsförderung und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Besetzung:
Alfred: Markus Schlüter
Oskar/ Baronin: Jochen Kruß
Valerie: Anna Tomicsek
Marianne: Dora Balog
Havlitschek/ Die Mutter/ Tante/ Der Mister: Antonio Denscheilmann
Zauberkönig: Uli Herbertz
Erich/ Eine gnädige Frau: Sebastian Ridder
Der Hierlinger Ferdinand/ Ida/ Das Fräulein Emma/ Der Conferencier: Uwe Gilot
Die Großmutter: Erika Hotzen
Rittmeister/ Tante:Daniel Leers
Die Realschülerin im zweiten Stock: Manuel Kreitmeier

Master of Ceremonies: Florian Wetter

Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

ab 24. April 2014

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Ehen werden im Himmel geschlossen – OPEN AIR

„Schon die Tatsache, daß man im Himmel telephoniert, verleidet mir das Paradies.“

Der Liebe Gott hat es satt, für die Belange der Menschen verantwortlich gemacht zu werden. Nun will er in Rente gehen und seine Memoiren schreiben. Bevor er abtritt, überzeugt ihn die Heilige Magdalena davon,  ein letztes Wunder zu wirken: Drei frisch im Himmel eingetroffene Selbstmörder aus Liebeskummer sollen zur Erde zurückgeschickt werden.  In einer neuer Konstellation soll nun alles anders werden. Der Heilige Petrus überzieht den göttlichen Dispo, kauft den Liebenden ein schickes Auto und eine Villa an der Riviera. Dann setzt das himmlische Trio den Mokka auf, stellt die drei auf Los und wartet aufs Happy End. Göttlich ist der Plan, doch die Wege des Menschen sind unergründlich …

Lange vor Sartre stellt Walter Hasenclevers Komödie von 1928 die spannende Frage, was der Mensch tut, wenn er die Möglichkeit hat, sich in der gleichen Situation nochmals zu entscheiden. Mit Witz und Verve geht er spielerisch auf mystische Sinnsuche. Wir gehen mit und zeigen nach unserer Weimar-Trilogie ein fast verlorenes Schmuckstück aus der Schatztruhe der „Verbrannten Dichter“. – Ein himmlisches Open-Air über den Wolken.

Besetzung:
Der Liebe Gott: Christina Beer
Petrus: Florian Wetter
Die Heilige Magdalena: Anna Tomicsek
Felix: Uwe Gilot
Renée: Chris Juliane Meiser
Tonio: Jochen Kruß

Regie/ Bühne: Manuel Kreitmeier

ab 16. Juli 2014

Zusatzinfo:

Das Open- Air findet auf einer eigenen Bühne vor dem Theater statt. Es gibt zwei überdachte Reihen und zwei nicht überdachte. Bei leichtem Regen wird in der Regel weitergespielt. Bei schwereren Niederschlägen muss notfalls unterbrochen werden.

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Emilia Galotti

„Wollen Sie mir freie Hand lassen, Prinz? Wollen Sie alles genehmigen, was ich tue?.“

Der Prinz hat ein neues Spielzeug: die Bilderbuchunschuld Emilia Galotti. Doch noch am selben Tag soll diese mit einem anderen vermählt werden. Kurz entschlossen gibt er dem Meisterstrippenzieher Marinelli die Befugnis, alles Notwendige zu unternehmen, um die Vermählung aufzuhalten. Marinelli verliert keine Zeit. Skrupellos lässt er die Kutsche mit der Hochzeitsgesellschaft überfallen, den Bräutigam ermorden und die Angebetete auf das Lustschloss des Prinzen entführen.

Als Thriller im Kinoleinwandformat spielen wir Lessings rasanten Klassiker um Liebe und Mord. Dafür steigen sie hinab in Emilias Seelenlabyrinth und folgen den verschlungenen Irrwegen bis ins Herz der Finsternis.

Besetzung:
Emilia Galotti: Chris Meiser
Odoardo Galotti: Antonio Denscheilmann
Prinz Hettore Gonzaga: Jochen Kruß
Marinelli: Florian Wetter
Claudia Galotti: Anna Tomicsek
Graf Appian/ Gräfin Orsina: Uwe Gilot

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

ab 06. Dezember 2014

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Magazin

Das Gift wirkt

Manuel Kreitmeier über seine Hamlet- Inszenierung

Hamlets Vater wurde ermordet. Was schlimm beginnt muss schlimmer enden. Hieran lässt Shakespeare keinen Zweifel, so sehr sich seine Figuren auch dagegen abstrampeln. Das Gift, einmal im Körper des Organismus wird letztendlich alles zur Strecke bringen, was mit ihm in Berührung kommt. Es ist ein langsamer Tod, einer der zur Qual wird für Opfer und Täter und der keinerlei Erkenntnisse mit sich bringt, außer dass aus Bösem niemals Gutes werden kann.

Dieser Konflikt beginnt im Stück ab der ersten Minute: Claudius und Gertrud, die beiden Mörder, wollen das geschehene Unrecht vergessen, endlich ein gutes Leben führen inmitten von Macht, Luxus und sexuellem Glück. Dies wird jedoch vereitelt durch ihr lebendiges schlechtes Gewissen, Hamlet. Dieser ist nicht bereit den Mord am Vater aus seinem Gedächtnis zu tilgen. Im Gegenteil: Rache und Erinnerung wird zu dessen einziger Lebensaufgabe. So bilden das Königspaar und Hamlet die gegensätzlichen Pole der gleichen Geschichte: Gegenwart gibt es nicht. Die einen leben nur in Zukunftsträumen, verdrängen die Geschichte, der andere vergräbt sich im Schmutz der Vergangenheit und kann so nur zum Todesanbeter werden.

Es ist dieser Fatalismus der Tat, der Kommunikation als Lösungsmöglichkeit völlig ausschaltet. Es gibt wohl kein anderes so beredtes Stück in der Weltliteratur, in dem so wenig miteinander gesprochen wird, indem Kommunikation und Reflektion so wenig Lösungsmöglichkeit bietet. Im Gegenteil: Sie führt zu folgenschweren Missverständnissen. Scheinbare Lösungen, Pläne, Intrigen und Gesprächsangebote führen immer nur an den Punkt der Explosion aus heiterem Himmel, die von den Figuren in dieser Stärke nicht einmal erahnbar war. Unsere Textfassung legt besonderen Wert auf die Gegenüberstellung von Aktion und Reaktion. Gerade um die Unfähigkeit der Figuren zur adäquaten Handlung, zur umsichtigen Ausführung ihrer Pläne zu zeigen, wird gehandelt was das Zeug hält. Alle Handlungsansätze jedoch führen zu Kettenreaktionen und enden für die handelnde Person im Untergang. Wie bei einer allergischen Reaktion werden Unverträglichkeiten so potenziert, dass Aktion und Reaktion in keinem Verhältnis mehr zueinander steht und absurd wird.

Hinzu kommt eine Bühnensituation, die diese kommunikative Entfernung der Figuren physisch greifbar machen will. In dieser Familie werden Konflikte nicht besprochen, es gibt keinen Raum hierfür, kein Privates. Was Hamlet beim Stiefvater und der Mutter nicht erreichen kann: Einsehen, Reue, Verständnis und Schuldbewusstsein, das hat er selbst in seinen Gewaltakten gegen Ophelia und Polonius auch nicht. Es ist, als ob die Figuren immer nur im Gegenüber Schuld und Unrecht sehen könnten, niemals allerdings bei sich selbst. Diese Unfähigkeit zur Reflektion des eigenen Tuns bei gleichzeitigem Überhang an Selbstbespiegelung ist einmalig in der Weltliteratur und trägt bei Shakespeare absurde und existentialistische Züge. So scheitert Claudius in seinem berühmten Monolog beispielsweise daran, Vergebung von Gott zu erlangen, weil er zwar reingewaschen werden will von Schuld, andererseits aber keine seiner Taten bereut. Eine Gleichung die nicht aufgehen kann. Bis zum Schluss sucht der störrische Mensch Schlupfwinkel und Ausflüchte, die sich wie Lösungsmöglichkeiten anfühlen, doch letztendlich vom vergifteten Anfang an geradewegs zum Schafott führen. Das Gift wirkt.

 

 

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Magazin

Die Tragik der Reichen

Regisseur Manuel Kreitmeier über die Figur des „GEIZIGEN“

Das Geld ist nur eine Zahl. Eine weitere Null hinter dem Komma. Hier geht es nicht um Luxus oder ein schönes Leben, sondern um etwas rein Mathematisches. Denn Ausgeben kann man das ganze Geld eh niemals. Die Tragik der Reichen, der Uli Hoenesse dieser Welt, ist dem Normalsterblichen kaum nachvollziehbar. Dem Künstler schon zweimal nicht. Umso lohnenswerter die Geschichte einmal durch die Augen eines solchen Dagobert Duck zu sehen. Harpagon gönnt sich selbst nichts, doch noch weniger seinen Kindern. Hofft sogar sie bald unter der Erde zu wissen, um endlich allein zu sein mit seiner überidimensionierten Geldkassette, die nicht zuletzt die Potenz auf dem Bankkonto symbolisiert. Doch Harpagons Liebe zu seinen Talern ist die Liebe eines zutiefst Einsamen. Der Geizhals ist tatsächlich eine tragische Figur, weil ihn ein ins Absurde gesteigertes Sicherheitsbedürfnis am Leben und Lieben hindert. Unter allem Geiz steckt hier letztlich nämlich Angst. Die Angst vor dem Tod. Am Schluß nämlich ist Geld nur Schall und Rauch und der größte Geldspeicher leer. „You can´t take ist with you“ heißt ein bekanntes angelsächsisches Sprichwort. Das muss dann wohl die Tragik der Reichen sein.

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Liebelei

„ Ich bin ihm nichts gewesen als ein Zeitvertreib – und für eine andere ist er gestorben –!.“

Fritz liebt eine reiche, verheiratete Frau. Christine wiederum liebt Fritz, für den die Affäre mit dem „süßen Mädel“ nur eine unbedeutende Liebelei ist. Theodor und Mitzi, beider Freunde, lieben nur sich selbst und sehen den Verstrickungen tatenlos zu. Doch plötzlich steht ein fremder Herr vor der Tür und fordert Fritz zu einem Duell. Die Ehre seiner Frau sei besudelt. Fritz spielt vor Christine weiterhin den Unbekümmerten, die Freunde amüsieren sich einen letzten Abend lang, doch die Ereignisse überschlagen sich…

Arthur Schnitzlers „Liebelei“ ist vielleicht das beste Stück über die Halbwertszeit menschlicher Beziehungen, das je geschrieben wurde. Mit brillanter Dialogführung gelingt es ihm den Zuschauer in die Tiefe menschlicher Seelen blicken zu lassen. Was hier unter der Oberfläche Wiener Gemütlichkeit und Noblesse lauert ist das Grauen über die Unmöglichkeit echter Liebe.

Besetzung:
Hans Weiring: Daniel Leers
Christine, seine Tochter: Chris Juliane Meiser
Mitzi, ihre Freundin: Christina Beer
Fritz: Jochen Kruß
Theodor, sein Freund: Uwe Gilot
Frau Binder, eine Nachbarin: Anna Tomicsek
Ein fremder Herr: Florian Wetter

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

ab 20. Februar 2013

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Hannelore

„Und weil Papi solch ein großer, großer Mann ist, müssen wir drei ganz kleine, kleine Männer sein.“

FÜR UNSERE BLEICHEN MÜTTER

Blitzlichtgewitter! Die Frau an seiner Seite lächelt für die Titelseiten. Gute, deutsche Frau! Anspruchslos, bieder, bescheiden und doch die First Lady der Bonner Republik. Jeder Blitzschuss trifft ins Mark, schält ihr die Haut ab. Übersät sie mit Brandwunden einer geheimnisvollen Lichtallergie, die sich langsam heranbildet im Schatten des mächtigsten Mannes des Landes. Im Dunkeln rauben ihr die schweren Vorhänge allmählich den Atem. Und stetig reift der Traum in ihr, wenigstens am Ende so zu strahlen wie ihr leuchtendes Vorbild Prinzessin Diana.

Nach Axt im Kopf hat Immoralisten-Regisseur Manuel Kreitmeier den zweiten Teil seiner Trilogie über die Befindlichkeit der deutschen Seele geschrieben. Im Zentrum seines grotesken Kammerspiels steht die Kanzlergattin Hannelore K. in Abwesenheit ihres Mannes. Zusammen mit einer Live-Musik für Cello und Elektronik von Hannah Schwegler entspinnt sich eine fiktive Rhapsodie über die Schattenseiten der Macht, die Angst vor dem Licht. Eine eindringliche Arbeit über all unsere bleichen Mütter und den Preis, den sie zu zahlen haben.

Besetzung:
Hannelore: Anna Tomicsek
Wolf: Markus Schlüter
Köter: Jochen Kruß

Text/ Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

Musik:
Cello/ Elektronik: Hannah Schwegler

ab 26. September 2013

Hören Sie hier einen BEITRAG von SWR2 über „HANNELORE“

Lesen Sie hier die KRITIK zur Uraufführung in der Badischen Zeitung

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Archiv Feature

Der Geizige

„Hallo Bügelhalter? Hier Plundertasche! Sagen Sie Schröpfhenne `Operation: Ausverkauf`kann steigen!“

SOMMER OPEN-AIR 2013 !!!

Geiz macht geil! Rüstig ins Alter hineingegreist, möchte der Knicker Harpagon noch eine finanziell wie erotisch lukrative Partie machen. Was er allerdings nicht weiß: Das schöne Heiratsschnäppchen ist die Geliebte seines Sohnes und die Kuppelei selbst ein raffiniert eingefädeltes Komplott um ihm seine liebgwonnenen Dukaten zu stehlen. Gut, dass keiner den Platz im Garten kennt, wo er den Geldschatz vergraben hat. Oder doch?

Als Sommer Open-Air unter freiem Himmel und auf einem riesigen Geldspeicher als Bühnenbild, spielen die Immoralisten Molières zeitlose Komödie über den Sparzwang als Lebenszweck!

Besetzung:
Harpagon, der Geizige: Florian Wetter
Cléante, sein Sohn: Uwe Gilot
Elise, seine Tochter: Chris Juliane Meiser
Valère, ihr Geliebter: Jochen Kruß
La Flèche, ein Diener: Sebastian Ridder
Frosine, eine Kupplerin: Anna Tomicsek
Mariane, eine Auserkorene: Christina Beer
Dom Thomas de Alburcy, ein Special Guest: Daniel Leers / Uli Herbertz

Regie/ Bühne:
Manuel Kreitmeier

Übersetzung ins Deutsche von Carl Sternheim. Bearbeitung und ergänzende Übersetzung von Florian Wetter und Manuel Kreitmeier.

Premiere am 17. Juli 2013, 20.30 Uhr

Weitere Aufführungen:
19./20./25./26./27. Juli
01./02./03./08./09./10./15./16./17./22./23./24./29./30./31. August
05./06./07. September, jeweils um 20.30 Uhr

Karten

Die Sitzplätze beim Open- Air sind teilweise überdacht. Es empfiehlt sich dennoch entsprechend Regenkleidung mitzubringen …

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