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Die Tragik der Reichen

Zum Sommer-Open-Air ! Regisseur Manuel Kreitmeier über die Figur des „GEIZIGEN“

Regisseur Manuel Kreitmeier über die Figur des „GEIZIGEN“

Das Geld ist nur eine Zahl. Eine weitere Null hinter dem Komma. Hier geht es nicht um Luxus oder ein schönes Leben, sondern um etwas rein Mathematisches. Denn Ausgeben kann man das ganze Geld eh niemals. Die Tragik der Reichen, der Uli Hoenesse dieser Welt, ist dem Normalsterblichen kaum nachvollziehbar. Dem Künstler schon zweimal nicht. Umso lohnenswerter die Geschichte einmal durch die Augen eines solchen Dagobert Duck zu sehen. Harpagon gönnt sich selbst nichts, doch noch weniger seinen Kindern. Hofft sogar sie bald unter der Erde zu wissen, um endlich allein zu sein mit seiner überidimensionierten Geldkassette, die nicht zuletzt die Potenz auf dem Bankkonto symbolisiert. Doch Harpagons Liebe zu seinen Talern ist die Liebe eines zutiefst Einsamen. Der Geizhals ist tatsächlich eine tragische Figur, weil ihn ein ins Absurde gesteigertes Sicherheitsbedürfnis am Leben und Lieben hindert. Unter allem Geiz steckt hier letztlich nämlich Angst. Die Angst vor dem Tod. Am Schluß nämlich ist Geld nur Schall und Rauch und der größte Geldspeicher leer. „You can´t take ist with you“ heißt ein bekanntes angelsächsisches Sprichwort. Das muss dann wohl die Tragik der Reichen sein.

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