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Faust ist tot

Ein intensives und spannungsgeladenes Kammerspiel über eine Gesellschaft, die weder an Gott noch an den Teufel glaubt.

„Gewinnen ist geil. Und ich weiß wie mans macht…“

Pete ist auf der Flucht. Er hat seinem Vater, einem Software-Magnaten, die Diskette für ein weltbeherrschendes Computerprogramm gestohlen. Gemeinsam mit dem dunklen Engel Alain fährt er von der Westcoast ins Nirgendwo auf der Suche nach dem wirklichen Leben. Doch Alains schwarze Philosophie hat längst seine Seele in Brand gesteckt. Als sie im Internet den selbstzerstörerischen Teenager Donny kennenlernen, gerät die Situation vollends außer Kontrolle…

Die Immoralisten spielen nach ihrem Erfolg mit „Pool, no water“ bereits das zweite Stück des Briten Mark Ravenhill, der mit Sarah Kane zu den Skandalautoren der 90er Jahre gehört. In seiner genialen Faustadaption verschwimmen die Grenzen zwischen virtueller Welt, Realität und Alptraum. – Ein intensives und spannungsgeladenes Kammerspiel über eine Gesellschaft, die weder an Gott noch an den Teufel glaubt.

„Wuchtig sind die Bilder, die Kreitmeier aus Ravenhills Vorlage generiert. Im Zusammenspiel mit der messerscharfen Sprache, die Markus Schlüter (Pete), Florian Wetter (Alain) und Jochen Kruß (Donny) meisterhaft verinnerlicht haben und mit beeindruckender Bühnenpräsenz ausspielen, gelingt ein packender Theaterabend, den zu besuchen man vor allem jungen Menschen ans Herz legen möchte.

Wer ist Verführer und wer Verführter in dieser virtuellen Welt? Die Faust-Thematik liegt als Angebot im Drama – man kann es nur als Anstoß nehmen, die eigene Haltung und die eigenen Handlungen zu reflektieren. Was könnte ein Theaterstück besseres leisten? Langer Premierenapplaus.“ (BZ)

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